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Di, 22:20 Uhr
13.10.2020
Pflanzaktion am Reformationstag

"Und wenn morgen die Welt unterginge, pflanzte ich heute…“

Vor über 500 Jahren markierte der Reformationstag einen gewaltigen Umbruch in der damaligen Gesellschaft. Die Rahmenbedingungen hatten sich fundamental verändert, so dass -in dem Fall für die Kirche- eine neue Zeit anbrach. Für den Wald, für die Forstwirtschaft stehen wir derzeit auch vor gravierenden Veränderungen...

Hans Carl von Carlowitz hatte 1713 in der forstlichen Bibel
„Sylvicultura oeconomica“ das Prinzip der Nachhaltigkeit am Beispiel der Waldnutzung erstmalig postuliert. Das Geschäftsmodell, das de facto 300 Jahre die Forstwirtschaft entscheidend prägte, funktioniert bei den aktuellen Rahmen-
bedingungen nicht mehr. Unter den derzeitigen klimatischen Einflüssen, nach drei katastrophalen Jahren für den Wald ist für alle Forstbetriebe die bislang erfolgreich praktizierte Eigenfinanzierung aus den Holzverkauf heraus nicht mehr erfolgversprechend. Alle maßgeblichen Funktionen des Waldes, also die Nutz-, die Schutz- und die Erholungsfunktion sind hier aktuell auf großen Flächen gleichermaßen infrage gestellt.

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In einer so dicht besiedelten Kulturlandschaft wie es die unsrige ist, werden aber fortlaufend eine Vielzahl von unterschiedlichsten Ansprüchen an den Wald gestellt, sind eine Vielzahl von teils widerstreitenden Einflussgrößen zu beachten. Denn – multifunktionaler Wald, mehr als ¼ der Landesfläche, ist für uns alle schlichtweg systemrelevant.
An manchen Schadstellen können wir auf Naturverjüngung vertrauen bzw. brauchen die Gratiskräfte der Natur nur punktuell unterstützen. Aber es gibt auch große Flächen, wo es absehbar ist, dass entweder wieder nur m. o. w. reine
Fichtenwälder entstehen würden oder der natürliche Kreislauf viele Jahrzehnte dauert, ehe wieder nennenswerte Holzbiomasse heranwachsen würde.

Und eben diese Holzproduktion ist gerade heute die entscheidende Kenngröße, um CO2 zu binden, Sauerstoff zu produzieren, Waldböden zu stabilisieren, Humus
aufzubauen, Wasser zu speichern, die lokalen Mikroklimatas zu nivellieren, allerlei Emissionen zu filtern, um regional Rohstoff zu produzieren, Arbeitsplätze und Steueraufkommen zu sichern, um touristisch ansprechende Kulissen verfügbar zu machen, um das zukünftige Landschaftsbild positiv zu prägen, um weiterhin Heimstatt für eine bunte Vielfalt von Menschen, Tiere und Pflanzen zu sein.

Deshalb meine Bitte, unterstützen Sie uns dabei einen neuen Mischwald zu schaffen, die unübersehbaren Wunden in der Südharzer Landschaft schnell vergessen zu machen, unserer aller Heimat neu zu gestalten. Dazu plant der Forstbetrieb Süd
am Samstag den 31. Oktober 2020 (Reformationstag) ab 09:30 Uhr bis ca. 14:00 Uhr am Treffpunkt Forsthaus Bodenschwende (ab Einfahrt Landstraße L 232 zwischen Horla und Rotha ausgeschildert) eine öffentliche Pflanzaktion zu veranstalten. Das Revier Bodenschwende ist im Forstbetrieb Süd absoluter Schadensschwerpunkt, fast 40 % der Revierfläche wurden in den letzten drei Jahren durch Orkan, Trockenschäden und Hitze, durch Borkenkäfer und Pilzbefall entwaldet. Auf so mancher Fläche ist schon mittels Naturverjüngung oder Aufforstung wieder ein neuer Wald begründet, aber auf mehreren hundert Hektar ist es jetzt
unsere Verantwortung, für die nachfolgenden Generationen einen neuen, einen gemischten, allumfassend funktionstüchtigen Wald zu etablieren.

Eine Anmeldung im Forstbetrieb wäre für die Vorbereitung gut, muss aber nicht sein, wir wollen auch die Menschen haben, die sich noch spontan entscheiden. Kinder können selbstverständlich mitkommen, auch für die gibt es was zu tun. Mitbringen sollte jeder einen stabilen Spaten oder eine
waldtaugliche Pflanzhacke und natürlich wetterfeste, strapazierfähige Kleidung. Anmeldungen und weitere Informationen sind möglich unter: Forstbetrieb Süd, Gonnatalstraße 65, 06526 Sangerhausen/OT Obersdorf
forstbetrieb.sued@lfb.mlu.sachsen-anhalt.de

Obgleich die Veranstaltung vollständig an der frischen Waldesluft stattfinden wird und jederzeit ausreichende Abstände gewahrt werden können, bedenken Sie bitte schon vorab die notwendigen, allgemein üblichen Corona-Vorsorgemaßnahmen. Bitte unterlassen Sie auf jeden Fall dann eine Teilnahme, wenn es auch nur geringste Anhaltspunkte für eine mögliche Infektion bei Ihnen selbst oder in Ihrem persönlichen Umfeld geben sollte. Aus leidlicher Erfahrung aus dem Frühjahr 2020 muss ich diesen Termin vorbehaltlich der
Entwicklung des Infektionsgeschehens in den nächsten Wochen ankündigen. Bei der Veranstaltung selbst wird auf die speziellen Verhaltensregeln noch hingewiesen und es ist
notwendig, dass sich alle Personen in einer Teilnehmerliste registrieren lassen. Aus Gründen des Infektionsschutzes wird es auch keine Sammeltransporte per Busse geben, individuelle Anfahrt ist unabdingbar. Geplant ist aus heutiger Sicht -aber auch in Abhängigkeit von der dann aktuellen Infektionslage- dass der FB Süd zum Abschluss noch einen kleinen Imbiss vom heimischen Wild als Dankeschön an alle Mithelfende reichen lässt.

Bis dahin - bleiben Sie alle gesund, in Vorfreude auf zahlreiche Teilnahme verbleibt mit freundlichen Grüßen.
H. Koth {Leiter FB Süd})
Autor: nis

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