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Do, 16:14 Uhr
27.08.2020
Kreisvorsitzender der Freien Wähler überreicht Unterschriftenlisten

Hunderte Menschen wollen Erhalt des Ratskellers

Mit Entsetzen nahmen die Menschen in Hettstedt Mitte Juli zur Kenntnis, dass der Ratskeller demnächst schließt. Die Stadt Hettstedt hatte dem Betreiber gekündigt. Hintergrund dafür war der drohende Entzug der Betriebserlaubnis für die Küche durch das Gesundheitsamt des Landkreises gewesen. Die Be- und Entlüftungsanlage der Ratskellerküche war nicht TÜV-gerecht...

Rathaus  (Foto: Jochen Miche ) Rathaus (Foto: Jochen Miche )

Ein Rathaus ohne Ratskeller? In Hettstedt undenkbar. Deshalb machen sich viele Menschen stark für den Erhalt der traditionsreichsten gastronomischen Einrichtung der Wipperstadt. Foto: J. Miche

Die Stadt Hettstedt als Vermieter holte einen ersten Kostenvoranschlag ein, der von etwa 500.000 Euro Modernisierungskosten ausging. Dem Betreiberpaar wurde gekündigt, denn erstens sah sich die Stadt nicht in der Lage, diese Modernisierung zu stemmen, und zweitens sollte im Falle einer vom Amt ausgehenden Stilllegung der Küche und damit des finanziellen Totalausfalls der Betreiber nicht noch aufgrund zwangsweiser Einhaltung seines Mietvertrages weiter Miete zahlen müssen. Insofern verstand die Stadt die Kündigung als eine gewisse Vorsichtsmaßnahme.

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Auf Anordnung des Bürgermeisters war das Thema Ratskeller in sämtlichen Stadtratssitzungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit behandelt worden. Erst durch einen Beitrag des PUNKTum-Fernsehens war die Angelegenheit im Juli dieses Jahres bekannt geworden. Daraufhin hatten marktansässige Geschäftsleute einen Offenen Brief verfasst, den fast alle befragten Geschäftsleute unterschrieben. Die Kreisvereinigung der Partei Freie Wähler organisierte ihrerseits spontan eine Unterschriftenaktion, die aktiv auch von Geschäften wie Uhren & Schmuck Horka, Modeexpress Nr. 1 und dem Kopierzentrum Hettstedt unterstützt wurde.

Seitdem war Bewegung in die Angelegenheit gekommen. Die Freien Wähler hatten zu einem viel beachteten Bürgerdialog in den Ratskeller eingeladen. Die CDU/BSH/Feuerwehr-Fraktion des Stadtrates Hettstedt traf sich zu einer Sondersitzung und verlangte eine öffentliche Sondersitzung des Stadtrates ausschließlich zum Thema „Ratskeller“. Diese fand bereits eine Woche später statt. Diskutiert wurden dort zwei Beschlussvorlagen – eine des Bürgermeisters und eine der CDU/BSH/Feuerwehr-Fraktion; beide Papiere verschmolzen schließlich zu einer Sechs-Punkte-Vorlage, in der festgelegt wurde, dass der Bürgermeister bzw. die Verwaltung weiter nach Lösungen zur Sanierung der Ratskellerküche und damit zum Weiterbetrieb über eine gewisse Duldungsphase hinaus suchen sollten. Mit dieser Lösung waren elf Stadträte einverstanden, neun enthielten sich (siehe msh-online „Chancen für den Ratskeller?“ vom 01.08.2020).

In der Zwischenzeit sind weitere Aktionen zur Rettung des Ratskellers durch den Bürgermeister eingeleitet worden. Unter anderem hatte er seinen August-Stammtisch im Ratssaal zu dem brisanten Thema durchgeführt und ein weiterer Kostenvoranschlag wurde eingeholt.

Unterschriftenliste (Foto: Jochen Miche ) Unterschriftenliste (Foto: Jochen Miche )

Unterschriftenaktion der Freien Wähler in Hettstedt. Mehr als 300 Menschen bekundeten in den zurückliegenden zwei Monaten ihren Wunsch nach Erhalt des Ratskellers. Foto: Christopher Heinbach

Jens Diederichs (MdL), Kreisvorsitzender der Partei Freie Wähler, sieht sich in den Aktionen zur Rettung des Ratskellers bestätigt. Er sagt: „Unsere Wortmeldungen, der Bürgerdialog und die Unterschriftenaktion haben ganz offensichtlich Druck erzeugt. Es hat sich einiges bewegt. Mehr als 300 Menschen haben sich solidarisiert mit den Ratskellerbetreibern und mit ihrer Unterschrift gleichzeitig die Stadtverwaltung und den Bürgermeister aufgefordert,, alles Erdenkliche für den Erhalt des Ratskellers zu tun‘, wie es auf den Listen stand. Wichtig war die – endlich auch öffentliche – Sondersitzung des Stadtrates mit dem Beschluss. Wir sind zuversichtlich, dass es weitere Anstrengungen zur Rettung dieser traditionsreichsten gastronomischen Einrichtung Hettstedts gibt.“ Diederichs dankt allen Menschen, die sich mit ihrer Unterschrift für den Erhalt des Ratskellers Hettstedt stark gemacht haben.

Die Unterschriftenaktion hat erreicht, was mit ihr beabsichtigt war. Aus diesem Grund wird sie zum 31. August 2020 beendet. Am Tag darauf, am 1. September 2020 um 13 Uhr, überreicht Diederichs die Listen dem Bürgermeister in dessen Amtszimmer im Rathaus Hettstedt.
Jochen Miche
Autor: nis

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