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Mi, 00:48 Uhr
08.07.2020
Kulturszene aktuell

Mitteldeutsche Kulturstiftung: Kyffhäuserdenkmal und Königspfalz einbeziehen?

Besonders in Thüringen tobt aktuell ein heftiger Streit über die Verwendung von 200 Millionen Euro zur Erhaltung von Denkmalen. Zwei werden bisher außen vorgelassen...

Wird es eine Mitteldeutsche Kulturstiftung oder auch wie jetzt wieder diskutiert eine Mitteldeutsche Förderstiftung geben? Es gilt 200 Millionen Euro in den beiden Bundesländern "an den Mann zubringen", sprich Kulturgüter zu erhalten.

Mitteldeutsche Kulturstiftung: Kyffhäuserdenkmal und Königspfalz einbeziehen? (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Mitteldeutsche Kulturstiftung: Kyffhäuserdenkmal und Königspfalz einbeziehen? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Modell Kyffhäuserareal Eingangsbereich
Müssen es nur Schlösser und Gärten sein? Können es nicht auch alte Burganlagen sein? Zwei deutschlandweit bekannte Kulturdenkmale liegen dicht nebeneinander genau an den beiden Landesgrenzen zwischen Sachsen-Anhalt und Thüringen:

- Kyffhäuserareal mit Kaiser-Wilhelm-Denkmal und den umfangreichen Burganlagen aus der deutschen Geschichte, Oberburg, Unterburg, Barbarossa-Turm
- Königspfalz Tilleda eng verbunden mit der des Kyffhäusers.

Mitteldeutsche Kulturstiftung: Kyffhäuserdenkmal und Königspfalz einbeziehen? (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Mitteldeutsche Kulturstiftung: Kyffhäuserdenkmal und Königspfalz einbeziehen? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Die Königpfalz ist ein Freilichtmuseum in dem gleichnamigen Ort Tilleda. Sie ist die einzige vollständig ausgegrabene Pfalz in Deutschland.

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Und bei beiden gibt es noch viel zu tun, besonders am Kyffhäuser. Besonders an den Burganlagen nagt der Steinfrass und hier muss kräftig investiert werden, dass macht gestern bei einer Veranstaltung im Landratsamt Kyffhäuserkreis ein Vertreter der Denkmalspflege klar, siehe auch:
Konzept für den Kyffhäuser wird erarbeitet

Derzeitig erarbeitet man am Kyffhäuserdenkmal ein Konzept, wie insbesondere der Zugangsbereich besucherfreundlich gestaltet werden kann. Aber es wurde aber auch gesagt, besonders oben an den Burganlagen an dem Denkmal selbst, muss noch viel getan werden.

Als Dr. Volker Rodekamp, u.a. Mitglied des Wissenschaftlichen Fachbeirates der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen, Stiftungsrat der Kulturstiftung Leipzig und Geschäftsführer der Stiftung Völkerschlachtdenkmal Leipzig, sagte, die Sehenswürdigkeiten der Region müssen vernetzt werden, kam eigentlich bei kn der Gedanke auf:

Warum nicht mit Hilfe der Kulturstiftung beide Objekte, Kyffhäuserareal und Königspfalz in einem Projekt zu vernetzen?

Kyffhäuserareal und Königspfalz sind kein Kapitel der thüringischen und auch kein Kapitel der sachsen-anhaltinischen Geschichte. Kyffhäuserareal mit seinen Burganlagen und Königspfalz sind wichtige Kapitel der gesamtdeutschen Geschichte. Dann sollten auch Mittel des Bundes für die Erhaltung ausgegeben werden. Das kann und sollte nicht nur Sachsen-Anhalt und Thüringen auferlegt werden.

Warum nicht nicht die 200 Millionen aufstocken und ein großes Gemeinschaftsobjekt Kyffhäuser und Tilleda ins Leben rufen?

Mitteldeutsche Kulturstiftung: Kyffhäuserdenkmal und Königspfalz einbeziehen? (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Mitteldeutsche Kulturstiftung: Kyffhäuserdenkmal und Königspfalz einbeziehen? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Blick aus Richtung Tilleda zum Kyffhäuserdenkmal

Und bei der Gelegenheit sollte gleich noch mal die Frage gestellt werden, die mal vor über 15 Jahren kategorisch ausgeschlossen wurde:

Bau einer Sesselbahn / Sessellift / Kabinenbahn von Tilleda hoch zum Kyffhäuser

Das würde beide Objekte, die ja geschichtlich zusammengehören, besser vernetzen. Sicher gibt es Einwände, am Kyffhäuser gibt es Naturschutzgebiete und und FFH-Gebiete. Hier sollte es Mittel und Wege geben, wie das Problem gelöst wird. Aber bleibt nicht auch die Tatsache, wenn die Besucherzahlen am Kyffhäuserdenkmal von aktuell 130.000 Besucher auf 200.000 Besucher pro Jahr steigen sollen, wie die Besucher hochkommen? Viele Besucher aus Sachsen-Anhalt quälen sich jetzt schon durch die engen Kurven zum Kyffhäuser hoch.

So einen Sesselbahn / Sessellift / Kabinenbahn wäre ein echte Attraktion und würde mit Sicherheit von der nahen Autobahn noch mehr Besucher heranführen.

Kleine Notiz am Rande. Der Bau des Kyffhäuserdenkmals wurde in Berlin entschieden. Also jetzt auch Mittel aus Berlin zum Erhalt und des Ausbaus bereitstellen. Als in Berlin entschieden wurde, das Kyffhäuserdenkmal zu bauen, soll sogar die Eisenbahnstrecke bevorzugt ausgebaut worden sein, um die Berliner zum Denkmal schneller zu bringen. Hier fehlt kn aber die Quellenangabe, wo das stehen soll.

Hier warten also zwei wichtige Kulturdenmale, die es verdient haben, auch mit Mitteln des Bundes bevorzugt gefördert zu werden. Die Aufnahme in die Mitteldeutsche Kulturstiftung oder eine Mitteldeutsche Förderstiftung, wie immer das Konstrukt heißen soll, sollte ein Thema für die Diskussion unter den Politikerinnen und Politiker sein.

Karl-Heinz Herrmann
Redaktion kn

Hinweis kn zu Michi123

Die 200 Millionen Euro sollen auf ausgewählte Kulturdenkmale in Thüringen und Sachsen-Anhalt verteilt werden, um den Zustand zu verbessern. Ein Objekt dabei Schloss Sondershausen. Die ausgewählten Objekte sollen aus bestehenden Stiftungen Schlösser und Gärten herausgelöst werden.

Es geht hier nicht darum, die gesamten 200 Millionen Euro auf ein Objekt zu verteilen. Es geht nur darum solche Objekte wie Kyffhäuserareal und Königspfalz nicht zu vergessen.
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Kommentare

08.07.2020, 02.37 Uhr
Micha123 | 200 Millionen für Kyffhäuser und Co?
Ich bin absolut dafür, dass man solche Denkmäler erhält.

Mich stört aber, dass man dafür Gelder bereit stellt, welche man am Ende sprichwörtlich verprassen muss. Dann passieren Dinge, welche wenig Sinn ergeben.

Wozu denn ein Lift? (Nachdem der Fahrstuhl ja wohl doch nicht kommt, will man nun ein neues Kind erfinden?) Abgesehen, dass dieser nicht umsonst ist, so kommen ständig jährliche Kosten hinzu. Und die Fahrt damit wird auch nicht umsonst sein.
Warum baut man denn am Kyffhäuser keinen anständigen Parkplatz? Vielleicht auch so groß, dass es die technischen Gegebenheiten zulassen, dass zum Beispiel mehrmals im Jahr dort große Märkte (Mittelaltermarkt) oder große Veranstaltungen stattfinden.
Pendelverkehr (z.B. auch für Behinderte) könnte man mit E-Bus machen. Ferner könnte man auch Linien einrichten, welche Sehenswürdigkeiten verbinden (Barbarossa Höhle, Panorama, Schloss SDH). Der Berliner kauft z.B. ein Ticket bei der Bahn, welches alle beinhaltet und macht so eine Tagesreise in die Kyffhäuserregion.

Und von den 200 Millionen, da sollte man nur einen Teil dafür nehmen. Damit meine ich, das Geld nicht für einen Lift ausgeben!
Lieber sollte man sich auch stark machen und Gelder einsetzen, damit z.B. die Kali-Industrie in Nordthüringen wieder in Fahrt kommt. Genügend Salz ist noch vorhanden, zum Beispiel in Roßleben aber auch in Sondershausen. Der weltweite Bedarf ist da. So könnte unsere Region eine reiche Region sein. Und in diesem Zuge entwickeln sind andere Dinge von selbst, Kaufkraft steigt, Geschäfte kommen, mehr Anbindungen und so lockt es auch mehr Menschen in die Region, welche sich Denkmäler ansehen wollen...

Aber das sind Visionen. Leider hat man (bewusst) in 30 Jahren so viele Dinge kaputt gemacht, dass es noch längere Zeit braucht, damit dieser Schaden behoben werden könnte. Wenn man will. Vor allem, wenn die Politik will.

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