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Di, 07:57 Uhr
16.06.2020
Freie Wähler kritisieren geplanten Verkauf von Schachthalden

„Symbole für Würde und Wohlstand bewahren“

„Das ist nicht der Anfang vom Ende der Mansfelder Schachthalden, sondern ein weiterer Schritt der Bergbauverwaltung, dem Mansfelder Land einen Teil seiner Identität zu nehmen.“ Jens Diederichs, Landtagsabgeordneter und Kreisvorsitzender Mansfeld-Südharz der Partei Freie Wähler sieht einen Verkauf von weiteren drei Bergbau-Halden kritisch...

Die spätmittelalterliche Haldenlandschaft bei Hettstedt, vom Eduardschacht aus gesehen. (Foto: J. Miche) Die spätmittelalterliche Haldenlandschaft bei Hettstedt, vom Eduardschacht aus gesehen. (Foto: J. Miche)


Angeboten werden die drei Flachhalden am Zirkelschacht, Eduardschacht und am Zabenstedter Stollen von der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV). Noch bis Freitag dieser Woche läuft das Bieterverfahren. Diederichs meint: „Flachhalden sind im Gegensatz zu den Spitzkegelhalden weniger landschaftsprägend. Mancher denkt:, Ach, sind ja nur alte Dreckhaufen, die können weg.‘ Aber machen wir uns nichts vor: Wenn die letzte Flachhalde weggeräumt ist, sind die, Pyramiden‘ des Mansfelder Landes dran. Und die Gier mancher Turbokapitalisten wird am Ende auch vor den letzten Fördertürmen nicht Halt machen, und mancher wird denken:, Ach, sind ja nur alte Eisentürme, die können weg.‘ Anders gesagt: Ich finde den Verkauf der Halden nicht gut, denn sie kennzeichnen den Ausverkauf einer alten Bergbau- und Hüttentradition. Sie sind Symbole für harte Arbeit, aber auch für Würde und Wohlstand vieler Menschen im Mansfelder Land.“

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Bezüglich des geplanten Verkaufs der drei Halden gibt Diederichs außerdem zu bedenken: „Sobald monetäre Interessen ins Spiel kommen, interessiert der Denkmalstatus eines zu verscherbelnden Objektes anscheinend niemanden mehr. Ich befürchte, dass man es sich auch bei diesen drei Halden, die als Baudenkmäler eingetragen sind, mit der Streichung aus der Denkmalliste leicht machen wird. Die zuständigen Denkmalschützer sollten da sehr genau hinsehen.“

Der Kreisvorsitzende mahnt: „Sollte ein Verkauf der Flachhalden nicht verhindert werden können, dann darf dieser nur geschehen, wenn die Käufer mindestens diese zwei Zusagen machen und einhalten. 1. Es müssen beim Abbau und der Verwertung Arbeitsplätze in der Region geschaffen und längerfristig erhalten werden. 2. Teil des Kaufvertrags muss die Verpflichtung des Käufers zur späteren Renaturierung des Ex-Haldengrundstücks sein.“

Der östliche Ausläufer der Halde des Eduardschachtes. Die Halde steht nun zum Verkauf. (Foto: J. Miche) Der östliche Ausläufer der Halde des Eduardschachtes. Die Halde steht nun zum Verkauf. (Foto: J. Miche)


Letzteres sei aber ein Problem, wenn keine Kontrolle erfolge, so der Kreisvorsitzende. Er sagt: „Vor Jahrzehnten wurde an die Genehmigung zum Errichten von Windrädern die Forderung geknüpft, dass ein Teil des monatlichen Erlöses aus dem gewonnenen Strom in eine Rücklage fließt. Dieses Geld sollte ausschließlich für die Entsorgung der irgendwann ausgedienten Windkraftanlagen verwendet werden. Das war schön gedacht, aber schlecht gemacht. Statt heute in die gefüllte Entsorgungskasse zu greifen, betteln die Windradbetreiber den Staat um Fördermittel für die Entsorgung ihrer klapprigen Windräder an. Hier hat die Politik versagt. Und das darf beim Verkauf der Mansfelder Flachhalden nicht auch noch passieren.“
Autor: red

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