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Sa, 10:35 Uhr
09.03.2019
Studie

Verwaltungseliten meist aus dem Westen

Fast 30 Jahre nach der Wiedervereinigung stammen Verwaltungseliten in den neuen Bundesländern meist noch immer aus dem Westen. Das zeigen Studien der Universität Kassel. Demnach ist die Mehrzahl der Staatssekretärinnen und -sekretäre in ostdeutschen Landesministerien aus den alten Bundesländern. Auch Frauen sind unter Spitzenbeamten weiterhin in der Minderheit...

Die Mehrzahl aller Staatssekretärinnen und -sekretäre in deutschen Landesministerien stammt aus dem Westen. Dies gilt auch für ostdeutsche Bundesländer. Zwischen den Jahren 2000 und 2018 ernannten alle Landesministerien der Bundesrepublik 921 neue Staatsekretäre. Nur 98 Personen davon, etwa 12 Prozent, wurden in den neuen Bundesländern geboren.

„In der Übergangszeit nach der deutschen Einheit war es sinnvoll, westdeutsche Spitzenbeamte in den neuen Bundesländern einzusetzen“, sagt Prof. Dr. Sylvia Veit vom Fachgebiet Public Management der Universität Kassel. „Dass sich die Situation bis heute kaum geändert hat, ist jedoch überraschend“, so die Politikwissenschaftlerin. Der Anteil in Ostdeutschland geborener Staatssekretärinnen und -sekretäre sei jedoch langsam steigend. „Unter den zwischen 2016 und 2018 ernannten Spitzenbeamten stammen immerhin 15,7 Prozent aus den neuen Bundesländern.“

Staatssekretärinnen und -sekretäre sind die höchsten Beamten in den meisten Bundesländern. Sie sind direkt den Ministern unterstellt. Welche Voraussetzungen Staatssekretärinnen und Staatssekretäre haben müssen, entscheiden die Landesregierungen.

Die Studien gehören zum Forschungsprojekt RegPol und bieten noch weitere Einsichten. „Frauen beispielsweise sind noch immer deutlich unterrepräsentiert“, sagt Stefanie Vedder, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt RegPol. Allerdings sei auch der Frauenanteil seit dem Jahr 2000 stetig steigend.

Mit dem Projekt RegPol untersuchten die Politikwissenschaftlerinnen Sylvia Veit und Stefanie Vedder die Karrierewege von Staatssekretärinnen und Staatssekretären in allen 16 Bundesländern. Die Forscherinnen gingen der Frage nach, wie sich Verwaltungseliten zusammensetzen und welche Entwicklungen im Zeitverlauf erkennbar sind. Neben Herkunft und Geschlecht untersuchten Veit und ihr Team auch Ausbildung, Berufserfahrung, Politiknähe und weitere Faktoren.
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Kommentare

09.03.2019, 13.09 Uhr
Siegfried Werner | Kein Wunder,.....
das der Osten noch weit hinter den Westen her hingt.

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09.03.2019, 20.49 Uhr
Friedrich1. | Vorraussetzung ist
erst mal , das man Gesetze lesen aber auch verstehen kann.

DDR Bildung nützt einem dabei rein gar nichts.

Ich habe bisher sehr viele Wiedersprüche gewonnen und mit Begründungen.

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10.03.2019, 09.03 Uhr
Fönix | 1. Voraussetzung wäre, dass
Gesetze, Verordnungen und Durchführungsbestimmungen so gestaltet sind, dass der durchschnittsdeutsche Zivilist sein Recht nicht bei jeder Gelegenheit erst einklagen muss. Aber solange Verwaltungsbeamte, Juristen und Steuerberater im Bundestag überrepräsentiert sind, wird sich diese Konstellation keinesfalls ändern, denn sie ist für diese Klientel eine ABM allererster Güte.
Bezahlen müssen diesen ganzen Schmarrn in erster Linie wir Steuerzahler.

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10.03.2019, 09.08 Uhr
Fönix | Ja, ja,
Aus dem Westen kamen die "Führungseliten",
in der Mehrzahl waren es die Nieten,
mit Mercedes und Nadelstreifen,
reichte es, die Ossi's einzuseifen.
Natürlich waren auch ein paar gute darunter
aber die Treuhand trieb es gründlich und munter,
den endgültigen ostdeutschen Untergang aufzuhalten gelang so natürlich nicht,
heutzutage siegt eben eher der Bösewicht.
Nun wird Industrie und Gesellschaft mühsam wieder aufgepäppelt,
aber nur die Leuchttürme profitieren, unsere Provinz wird wieder veräppelt.
Wie das letztendlich ausgeht, weiß keiner noch nicht,
Aber wenigstens sehe ich morgens im Spiegel noch mein eigenes Gesicht.

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10.03.2019, 09.34 Uhr
henry12 | DDR Bildung .......
nach 30 Jahren der sogenannten Wende ?
Das wusste ich noch gar nicht, das sich die Lehrpläne - und inhalte nach `89 gar nicht geändert haben. Vll. kann uns der Bildungsexperte aus den gebrauchten Bundesländern zum Thema erleuchten ?

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