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So, 09:10 Uhr
11.03.2018
Nachgefragt

Die Kartoffel im Deutschland-Trend

Im Jahr 2017 konnte sich die deutsche Kartoffel seit langem wieder über einen gestiegenen Konsum freuen. Wie, wo und warum wir Deutschen die Kartoffel lieben, weiß Dr. Karen Willamowski aus Berlin. Sie ist stellvertretende Geschäftsführerin des Deutschen Kartoffelhandelsverbandes (DKHV) und beschäftigt sich seit über zehn Jahren mit Themen und Trends rund um die Knolle...

Dr. Willamowski (Foto: Thomas Michaelis)
Die Deutschen haben ihre Liebe zur Kartoffel wiederentdeckt, die Verkaufszahlen sind 2017 angestiegen. Gibt es innerhalb dieses Aufwärtstrends auch regionale Eigenheiten?

Dr. Karen Willamowski: Die Kartoffelvorlieben in Deutschland unterscheiden sich durchaus von Region zu Region. Im Westen beispielsweise werden festkochende Kartoffeln bevorzugt, im Nordosten hingegen ist die mehlig kochende Kartoffel besonders beliebt. Insgesamt jedoch sind alle Kochtypen auch deutschlandweit gefragt. Denn es kommt immer darauf an, was man zubereiten möchte – perfekte Bratkartoffeln gelingen besser mit festkochenden Kartoffeln, Kartoffelpüree oder Knödel mit mehlig kochenden.

Wenn Sie einen Blick auf das gesamte Jahr werfen: Gibt es Spitzenmonate, in denen Kartoffeln besonders stark gefragt sind?

Dr. Willamowski: Statistisch betrachtet werden im April, Mai und Oktober am meisten Kartoffeln gekauft.

Wie erklären Sie sich dieses Phänomen?

Dr. Willamowski: Das liegt zum einen daran, dass sich im Herbst viele Haushalte mit Vorräten eindecken. Zum anderen spielt in einigen wenigen ländlichen Regionen auch das traditionelle Einkellern noch eine Rolle. Im Frühjahr lockt zudem oft der Spargel Käufer auf die Märkte, die dann ihren Weg zum Kartoffelstand finden. Auch zu sportlichen Großereignissen, wie etwa in diesem Jahr die Fußball-Weltmeisterschaft, werden mehr Kartoffeln oder Kartoffelprodukte gekauft. Dass der Verbrauch im vergangen Jahr insgesamt wieder etwas angestiegen ist, liegt aber wohl nicht zuletzt daran, dass die Kartoffel einfach lecker und vor allem gesund ist.

Und aus welchem Bundesland kommen die meisten Kartoffeln?

Dr. Willamowski: Viele unserer Regionen bieten hervorragende Bedingungen für den Anbau von Kartoffeln. Das größte deutsche Anbauland befindet sich jedoch in Niedersachsen, gefolgt von Bayern und Nordrhein-Westfalen.

Vom Acker auf den Teller – können Sie uns verraten, welches der Deutschen liebstes Kartoffelgericht ist?

Dr. Willamowski: Da wird jede Umfrage ein anderes Ergebnis liefern – schon allein beim Kartoffelsalat gibt es unzählige Varianten der Zubereitung: Im Norden mit Mayonnaise, im Süden mit Brühe … Ähnlich ist es bei Bratkartoffeln oder bei der Kartoffelsuppe. Neue Rezepte wie Kartoffel-Sushi oder Tornado-Kartoffeln verbreiten sich erst langsam. Ich denke, jeder hat sein eigenes Lieblingsgericht. Bei mir ist es zum Beispiel der klassische Kartoffelsalat à la Familie.

Weitere Informationen, tolle Rezepte und Tipps rund um die Kartoffel erhalten Sie unter www.die-kartoffel.de
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