eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Di, 07:18 Uhr
07.11.2017
Helios-Klinik Eisleben

Seit zehn Jahren Herzkatheterlabor

Seit dem 6. November 2007 versorgt die Helios Klinik Lutherstadt Eisleben Patienten mit Herzinfarkt oder einer Verengung der Herzkranzgefäße in einem hochmodernen Herzkatheterlabor (HKL). Bereits 2009 wurde die 24-Stunden-Katheterbereitschaft an sieben Tagen in der Woche eingeführt. Dies ermöglicht einen zeitnahen Therapiebeginn und vermindert so erheblich die Krankheitsschwere und die Infarktsterblichkeit. „Für die Infarktversorgung des gesamten Landkreises und darüber hinaus bedeutete dies einen wesentlichen medizinischen Fortschritt. Und unsere Qualität kann sich sehen lassen“, freut sich Klinikgeschäftsführer Mario Schulter und verweist dabei auf die eindeutigen Qualitätsindikatoren. Bei den Todesfällen bei Herzinfarkt liegt die Klinik fast um die Hälfte niedriger als der Bundesdurchschnitt.

Bis heute wurden fast 10500 Herzkatheter-Untersuchungen und über 3200 interventionelle Eingriffe an den Herzkranzarterien (Ballondehnung, Stentimplantation) durchgeführt.

Inzwischen werden in der Helios Klinik Lutherstadt Eisleben jährlich ca. 250 Herzinfarkte nach den aktuellsten Leitlinien effektiv und sicher behandelt. Hierfür wurde ein Team von vier Fachärzten für Kardiologie sowie qualifizierter Fachschwestern aufgebaut. Diese versorgen unter der Leitung des Ärztlichen Direktors, Chefarzt Dr. med. Ralph Kallmayer, wenn nötig rund um die Uhr, Patienten mit akuten Durchblutungsstörungen am Herzen. Denn beim Herzinfarkt zählt jede Minute, da das betroffene Herzmuskelgewebe innerhalb kürzester Zeit abstirbt. Die Medizin spricht hier von der „golden hour“ (goldene Stunde). Sechzig Minuten, das ist der Zeitraum vom Auftreten der ersten Symptome bis zur Behandlung im HKL, der nicht überschritten werden sollte, weil so die Heilungschancen am höchsten sind und die Gefahr bleibender Schäden gering. Diese Schädigungen können sich in Herzmuskelschwäche oder Herzrhythmusstörungen äußern und im Extremfall zum plötzlichen Herztod führen. Daher ist es sehr wichtig, die Durchblutungsstörung des Herzens schnell zu beseitigen.

Hierzu wurde bereits 2009 in Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst ein telemetriefähiges EKG-Systems in den Rettungsfahrzeugen und eine entsprechende webbasierte Empfangseinrichtung in der Klinik installiert (STEMI-Alarmierungssystem). „Besteht also bei einem Patienten der Verdacht auf Herzinfarkt, kann im Rettungsfahrzeug bereits das EKG abgeleitet und an die Notaufnahme der Klinik und an die erfahrenen Kardiologen des Herzkatheter-Bereitschaftsdienstes weitergeleitet werden“, erklärt Uwe Treskow, Betriebsleiter des Eigenbetriebs Rettungsdienst des Landkreises. „Alle nötigen Maßnahmen können also schon vorbereitet werden, bevor der Patient überhaupt in der Klinik angelangt ist“, ergänzt Dr. med. Tino Zirk, Leiter der Notaufnahme und Chefarzt der Anästhesie und Intensivmedizin. „Das verkürzt natürlich erheblich die Zeit vom Auftreten der Beschwerden bis zur Behebung der Gefäßverengung und verbessert so wesentlich die Überlebensrate.“

Von der Notaufnahme bis zum HKL sind es nur wenige Meter. „Dort lassen sich dann die verengten oder verstopften Gefäße mit einem Ballonkatheter aufweiten oder mit einer Gefäßschiene (Stent) offen halten“, erklärt Dr. Kallmayer. Doch es erfolgen nicht nur Notfallbehandlungen. Täglich sind es mehrere diagnostische und elektive Eingriffe an den Herzkranzgefäßen. Dazu kommen noch die Implantation von Ereignisrekordern, das Legen von temporären Schrittmachern und die Messung der Fraktionellen Flussreserve (FFR). 

Es gibt viele Risikofaktoren, die die koronare Herzkrankheit begünstigen: Hoher Blutdruck, erhöhte Blutfette, Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Stress, Bewegungsmangel und Übergewicht oder Rauchen führen zu Arterienverkalkung. Diese macht die Gefäße immer enger und die Arterienwände spröde und brüchig. An kleinsten Verletzungen entstehen Blutgerinnsel, die das Gefäß plötzlich ganz verstopfen können.

Der Herzinfarkt hat häufig Vorboten. Erstes Alarmzeichen sind zumeist ein Engegefühl in der Brust, Schmerzen hinter dem Brustbein, die in Hals, Arm oder Bauch ausstrahlen können und Atemnot. Dies sollte unbedingt ernst genommen werden und sofort der Notruf 112 angerufen werden. Durch eine schnelle Aufdehnung können bleibende Schäden abgewendet und ein Herzinfarkt verhindert werden.

Die Belastung bei einer Herzkatheter-Untersuchung bleibt dabei für den Körper sehr gering. Nach einer örtlichen Betäubung wird lediglich eine Nadel in eine der großen Schlagadern eingeführt. Durch diese kann der Arzt dünne Schläuche (Katheter) bis zum Herzen vorschieben. Die Einstichstelle wird nach der Untersuchung einfach mit einem Druckverband bzw. Gefäßverschlusssystem verschlossen. So kann der Patient meistens schon nach wenigen Stunden wieder aufstehen.

Sachsen-Anhalt ist im Verhältnis zum Bundesdurchschnitt in Deutschland immer noch Schlusslicht, was die Erkrankung als auch die Sterblichkeit bei Herzinfarkt angeht. (Siehe Herzbericht der Deutschen Herzstiftung 2017)
 
Beim Qualitätsindikator „Todesfälle bei Hauptdiagnose Herzinfarkt (Alle Patienten über 19 Jahre)“ liegt der Wert der durchschnittlichen Krankenhaussterblichkeit in der Bundesrepublik bei 8,6 Prozent (Quelle: Statistisches Bundesamt). Der Wert der Helios Klinik Lutherstadt Eisleben liegt für die ersten drei Quartale 2017 bei 3,4 Prozent und ist somit über die Hälfte niedriger.

Am Mittwoch, den 22. November 2017 wird es ab 16 Uhr im Rahmen der Herzwochen der Deutschen Herzstiftung wieder den jährlichen Herztag geben. Diese Mal geht es im Konferenzsaal der Klinik um das schwache Herz und die Reanimation. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

 

 

 

 

 

 



Autor: msh

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)