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Fr, 12:04 Uhr
09.06.2017
Industrie- und Handelskammer

Praktika als Chance

Der enge Ausbildungsmarkt macht den Unternehmen im südlichen Sachsen-Anhalt weiterhin zu schaffen.

Aber immer mehr Betriebe gehen diese Herausforderung aktiv an. Dies zeigt eine aktuelle Umfrage der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau (IHK). Knapp die Hälfte der gewerblichen Ausbildungsunternehmen kann nicht mehr alle ausgeschriebenen Lehrstellen besetzen. Daher intensivieren die Firmen ihr Angebot. 54 Prozent der Befragten setzen auf Praktika zum Hineinschnuppern, jeder siebte Betrieb bietet dabei im Jahr 2017 mehr Praktikumsplätze an als zuletzt. Außerdem haben viele Unternehmen ihr Ausbildungsmarketing verbessert (51 Prozent, Mehrfachantworten waren möglich) und wollen neue Bewerbergruppen erschließen: Die Hälfte will gezielt Studienabbrecher ansprechen, ein Viertel Flüchtlinge. Letztere hat nach eigenen Angaben inzwischen jeder sechste Betrieb als Praktikanten beschäftigt.

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„Die Lage ist weiterhin ernst, aber die Ausbildungsunternehmen hier in unserer Region setzen auf pragmatische Lösungen“, fasst Dr. Simone Danek, IHK-Geschäftsführerin für Aus- und Weiterbildung, die Umfrageergebnisse zusammen. Das zeige sich auch, wenn es um die Ausbildungsreife der Bewerber geht. „Gerade einmal sechs Prozent der Befragten stellen gar keine Mängel fest“, so Danek weiter. Im Gegensatz dazu beklagten drei Viertel der Unternehmen, die Jugendlichen seien nicht leistungsbereit und motiviert. Oft hapere es beim Lesen, Schreiben und Rechnen. „Doch hier wird nicht kritisiert, sondern reagiert“, sagt Danek. Vier von fünf Betrieben kümmerten sich um schwächere Jugendliche, etwa über ausbildungsbegleitende Hilfen mit der Agentur für Arbeit (46 Prozent), eigene Nachhilfe (35 Prozent) oder Angebote für Einstiegsqualifizierungen (20 Prozent).

Ausbildungshemmnisse, die einen erfolgreichen Abschluss ver­hindern könnten, stellen zwei von fünf Befragten fest. Nahezu alle davon beklagen: „Viele Schulabgänger haben zu unklare Berufs­vorstellungen.“ Etwa 42 Prozent der Ausbildungsunternehmen, die Hemmnisse feststellten, kritisieren außerdem, dass die Entfernung zwischen Betrieb und Berufsschule zu groß sei.

Grundsätzlich sind aber 85 Prozent der Befragten mit der Berufs­schule als Partner der dualen Berufsausbildung zufrieden oder sogar sehr zufrieden. Verbesserungsbedarf sieht die Mehrheit jedoch bei der Kommunikation zwischen Schule und Betrieben sowie beim Thema Unterrichtsausfall.
Autor: msh

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