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Fr, 12:53 Uhr
18.11.2016
Aus dem Statistischen Landesamt

Ziel der Bundesregierung für 2035 bereits jetzt übererfüllt

Die erneuerbaren Energien hatten in Sachsen-Anhalt 2015 einen Anteil von 72,0 Prozent am Bruttostromverbrauch. Sachsen-Anhalt liegt damit seit 2011 (49,6 % Anteil erneuerbarer Energien) über dem von der Bundesregierung angestrebten Ausbauziel für 2025 von 40 bis 45 Prozent Anteil der erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch. Das Ausbauziel für 2035 mit 55 bis 60 Prozent wurde 2014 (60,2 % Anteil erneuerbarer Energien) erreicht. Nach vorläufigen Angaben lag dieser Anteil 2015 deutschlandweit bei 31,6 Prozent des Bruttostromverbrauchs.

Der Präsident des Statistischen Landesamtes, Michael Reichelt, betonte im Rahmen der heutigen Pressekonferenz, dass die Nutzung der erneuerbaren Energieträger in Sachsen-Anhalt kontinuierlich zunimmt. Seit 2005 ist der Anteil der erneuerbaren Energieträger an der Bruttostromerzeugung von 19,2 Prozent (3.436 Mill. kWh) auf 53,9 Prozent im Jahr 2015 kontinuierlich angestiegen und lag damit im letzten Jahr erstmals über 50 Prozent. Den höchsten Anteil bei den erneuerbaren Energieträgern hatte 2015 die Windkraft mit 60,1 Prozent.

Auffallend ist, dass die Photovoltaik mit 14,0 Prozent 2015 hinter der Biomasse mit einem Anteil von 24,5 Prozent lag. Bezogen auf die gesamte Bruttostromerzeugung wurden somit fast ein Drittel (32,4 %) des Stromes durch Windräder erzeugt. Dem gegenüber geht der Anteil der konventionellen Energieträger an der Bruttostromerzeugung immer weiter zurück. So wurden aus Braunkohle 2015 nur noch 6 726 Millionen Kilowattstunden (28,0 %) und aus Erdgas 2.805 Millionen Kilowattstunden (11,7 %) erzeugt.

Die Bruttostromerzeugung ist ein Bestandteil der Energiebilanz des Landes Sachsen-Anhalt. In der Energiebilanz werden das Energieaufkommen, die Umwandlung und der Endenergieverbrauch von Energieträgern im Land nachgewiesen.
Der Primärenergieverbrauch umfasst die Energiemenge aller eingesetzten Energieträger. In Sachsen-Anhalt lag der Primärenergieverbrauch im Jahr 2014 bei 486 508 Terajoule.

Dieser Wert macht 3,7 Prozent des Primärenergieverbrauchs der Bundesrepublik Deutschland aus. Die Primärenergieträger in Sachsen-Anhalt sind hauptsächlich Erdgas, Erdöl, Rohbraun- und Steinkohle sowie die erneuerbaren Energien. Der Anteil an erneuerbaren Energien hat sich in den letzten 10 Jahren mehr als verdreifacht. Er ist von 6,2 Prozent auf 19,4 Prozent des Primärenergieverbrauchs gestiegen. Im Vergleich dazu betrug der Anteil der erneuerbaren Energieträger am Primärenergieverbrauch deutschlandweit 11,5 Prozent im Jahr 2014.
Den größten Anteil an den erneuerbaren Energieträgern für den Primärenergieverbrauch hat in Sachsen-Anhalt die Biomasse (68,1 %), gefolgt von der Windkraft (23,4 %) und der Solarenergie (6,6 %).

Als Endenergieverbrauch wird der Energieverbrauch bezeichnet, der sich rechnerisch ergibt, wenn vom Primärenergieverbrauch der nichtenergetische Verbrauch, die Umwandlungsverluste und der Verbrauch in den Energiesektoren abgezogen wird. In der Energiebilanz wird der Endenergieverbrauch nach Verbrauchergruppen und Wirtschaftszweigen aufgegliedert.
2014 lag der Endenergieverbrauch der Industrie bei 142.234 Terajoule (47,0 % des Gesamt-endenergieverbrauchs Sachsen-Anhalts), des Verkehrs (hauptsächlich Straßenverkehr) bei 57.663 Terajoule (19,0 %), der Haushalte bei 62.347 Terajoule (20,6 %) sowie des Gewerbes, Handels, der Dienstleistungen und übrigen Verbraucher bei 40 692 Terajoule (13,4 %).
Als Energieträger für die den Verbrauchergruppen zur Verfügung gestellten Energie dominierte 2014 Erdgas mit einem Anteil von 33,3 Prozent (100.792 TJ). Somit war Erdgas der Hauptenergieträger im Endenergieverbrauch. Der Anteil der erneuerbaren Energien lag bei 8,6 Prozent.

Ein weiterer Bestandteil der Energiebilanz sind die energiebedingten Emissionen, d. h. Emissionen aus der Nutzung und Umwandlung von Energie.
Die CO2-Emissionen aus dem Endenergieverbrauch in Sachsen-Anhalt haben sich von 28.797 Tausend Tonnen im Jahr 1995 auf 25.711 Tausend Tonnen im Jahr 2014 verringert. Das entspricht einer Reduzierung von 11 Prozent.

Im selben Zeitraum stieg der Endenergieverbrauch von 294,5 Petajoule auf 302,9 Petajoule. Die Reduzierung der CO2-Emissionen resultiert aus der deutlichen Verschiebung der Energieträger des Endenergieverbrauchs. Allein durch die Verringerung des Einsatzes von Braunkohle (Anteil sank von 10,6 % (1995) auf 3,1 %) wurden gegenüber 1995 rd. 2 400 Tausend Tonnen CO2 eingespart.
Der Stromverbrauch stieg 2014 gegenüber 1995 um 11.556 Terajoule (27,3 %). Die CO2-Emissionen stiegen im gleichen Zeitraum beim Strom jedoch nur um 6,9 Prozent an (592 Tt). Das bedeutet, dass sich die CO2-Emissionen beim Strom um 32,5 Tonnen je Terajoule verringert haben (- 16,3 %). Die Hauptursache für diese deutliche Senkung der Emissionen beim Strom ist die verstärkte Nutzung von erneuerbaren Energien.

Darüber hinaus stellte das Statistische Landesamt Daten zu Abfallmengen und der Abfallentsorgung in Sachsen-Anhalt vor.

In den 364 Abfallanlagen (u. a. Deponien, Thermische Behandlungsanlagen, Schredderanlagen, Biologische Behandlungsanlagen), die 2014 in Sachsen-Anhalt erfasst wurden, erfolgte die Verwertung oder Beseitigung von 9,6 Millionen Tonnen Abfällen. Das waren rund 5 Prozent der Abfallmenge, die in Deutschland 2014 erfasst wurde (193.084,5 Tt).
Etwa 49 Prozent (4,7 Mill. t) der entsorgten Abfälle stammten aus Sachsen-Anhalt. Aus anderen Bundesländer wurden 48 Prozent (4,6 Mill. t) und aus dem Ausland knapp 3 Prozent (0,3 Mill. t) der Abfälle an die sachsen-anhaltinischen Entsorgungsanlagen geliefert.

In die 14 thermischen Abfallbehandlungsanlagen in Sachsen-Anhalt (u. a. Abfallverbrennungsanlagen, Klärschlammverbrennungsanlagen und Sonderabfallverbrennungsanlagen) wurden 2,4 Millionen Tonnen Abfallstoffe im Jahr 2014 geliefert. Das waren 25 Prozent der gesamten angelieferten Menge und dieser Entsorgungsweg hatte in der Entsorgungswirtschaft Sachsen-Anhalts die größte Bedeutung. Weitere 0,7 Millionen Tonnen (7,0 %) der Abfallmenge wurden in Mitverbrennungsanlagen thermisch verwertet. Die Abfälle werden dort als Ersatz- oder Zusatzbrennstoff zur Energieerzeugung verwendet.
Durch die thermische Entsorgung ging die Deponierung zurück, so wurde im Jahr 2014 an die 9 Deponien 0,7 Millionen Tonnen Abfallstoffe geliefert. Im Jahr 2005 wurden an die damals 41 Deponien noch 2,8 Millionen Tonnen geliefert.

Die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger (öffentliche Müllabfuhr) sammelten nach vorläufigen Angaben 2015 fast 1 038 Tausend Tonnen Haushaltsabfälle in Sachsen-Anhalt ein. Darunter waren 452 Tausend Tonnen (43,6 %) Haus- und Sperrmüll, 302 Tausend Tonnen (29,1 %) getrennt erfasste Wertstoffe wie Papier, Pappe, Glas u. a. sowie 281 Tausend Tonnen (27,1 %) getrennt erfasste Menge von organischen Abfällen (Bioabfälle). Auf jeden Einwohner von Sachsen-Anhalt entfielen somit durchschnittlich 462 Kilogramm Haushaltsabfall. Dieser setzte sich aus 201 Kilogramm Haus- und Sperrmüll, 135 Kilogramm Wertstoffen, 125 Kilogramm organischen Abfällen (z. B. Inhalt Biotonne) und 1 Kilogramm sonstigen Abfällen (z. B. leere Batterien) zusammen.
Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Landesdurchschnitt nicht verändert (2014: 462 kg je Einwohner). Mit 462 Kilogramm Haushaltsabfall je Einwohner entspricht der Landesdurchschnitt auch dem Bundesdurchschnitt für 2014.

(die ganzen Zahlen finden Sie auf der Homepage des Statistischen Landesamtes Sa.-Anhalt)


Autor: red

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