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Di, 13:57 Uhr
02.08.2016
Regionalgruppe Pro Baum, Hettstedt

Biotop statt Biostrom

Stacheldraht und Tristesse kennzeichnen den Solarpark bei Hübitz. Die Stadt Gerbstedt, zu der Hübitz gehört, hat mit dieser Anlage aber offenbar Blut geleckt und will mehr davon. (Foto: Jochen Miche) Stacheldraht und Tristesse kennzeichnen den Solarpark bei Hübitz. Die Stadt Gerbstedt, zu der Hübitz gehört, hat mit dieser Anlage aber offenbar Blut geleckt und will mehr davon. (Foto: Jochen Miche)
Die Regionalgruppe Pro Baum, Hettstedt, wendet sich mit einer Presseerklärung an die Öffentlichkeit. Die von Peter Hans-Jürgen Frobel geleitete ehrenamtliche Umweltschutzgruppe kritisiert, dass bei Thondorf ein Biotop zugunsten einer Photovoltaikanlage verschwinden soll. Hier stehen offenkundig Finanz- vor Naturinteressen, vermutet Frobel.

Nur 400 Meter vom Ortsrand der Gemeinde Thondorf, einem Ortsteil von Siersleben, entfernt soll eine Photovoltaikanlage entstehen. Dort, wo einst eine Mülldeponie war, soll künftig Sonnenenergie in Strom verwandelt werden. Der Stadtrat von Gerbstedt - Siersleben ist eine Ortschaft der Stadt - hat der Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes für die 6,6 Hektar große Fläche zugestimmt. In der Vorlage hieß es sinngemäß, deren Nutzung für eine Photovoltaikanlage berge kaum Konfliktstoff in sich. Die Stadt erwartet Einnahmen durch den Verkauf der Fläche. Verwiesen wird auf Ersatzpflanzungen, die die Investoren als Ausgleich vornehmen würden. Außerdem hofft die Stadt, die Ex-Deponie auf diese Weise loszuwerden.

Die Regionlgruppe Pro Baum kann nicht verstehen, wie die Stadt dem Anliegen der Investoren zustimmen kann. Pro Baum hat sich entschieden dagegen ausgesprochen, denn wir sind der Meinung: Eines der wenigen kleinen Naturparadiese in der Gegend darf nicht verschwinden! Als Vorsitzender von Pro Baum kann ich nur feststellen: „Anderswo werden Ahornbäume und Buchen neu gepflanzt, doch hier sollen sie weg? Das geht überhaupt nicht!“

Pro Baum hat Unterstützung in dieser wichtigen Angelegenheit gesucht. Solche hat der Landtagsabgeordnete Jens Diederichs von der AfD zugesagt. Dieser verweist darauf, dass mit der Renaturierung der früheren Müllkippe nicht nur ein Schandfleck, sondern auch ein möglicher Gefahrenherd verschwunden war. Er sagt: „Die gepflanzten Bäume und Sträucher haben schon eine stattliche Höhe erreicht. Will die wirklich jemand absägen?“ Diederichs setzt hinzu: „Es ist sehr bedauerlich, dass sich der Stadtrat mit dieser Thematik so lapidar beschäftigt. Ich hoffe, dass sich noch einige Leute finden, die gegen die Zerstörung des Gebietes sind. Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man darüber lachen: Hier soll etwas mit Steuermitteln Geschaffenes nun erneut mit Steuermitteln beseitigt werden.“

In der Stadtverwaltung Gerbstedt sieht das aber leider nicht jeder so. Dort wurde der Entwurf des vorzeitigen vorhabenbezogenen Bebauungsplanes Freiflächen-Photovoltaikanlage „Auf dem Dampf“ Ortschaft Siersleben der Stadt Gerbstedt gebilligt und inzwischen sogar dessen öffentliche Auslegung beendet (seit 27. Juli).

Nun ist zu befürchten, dass die Stadtverwaltung neue Fakten schafft: mit der Kettensäge. Dies gilt es unbedingt zu verhindern.

Die RG „Pro Baum“ Hettstedt ist überzeugt, dass mit dem Projekt Freiflächen-Photovoltaikanlage „Auf dem Dampf“ Menschen- und Naturschutzinteressen mit Füßen getreten werden, nur, um eine gewinnbringende Anlage zu installieren.

Wir bitten alle Interessierten mitzuhelfen, diese Anlage zu verhindern, wenn es auch nur den leisesten Zweifel an einer Unbedenklichkeit gegenüber der Fauna und Flora geben sollte.

Wir wollen, dass dieses Stück Mansfelder Land, das über Jahrhunderte durch Hüttenbetriebe leiden musste, und das bis heute überwiegend von Acker umgeben ist, da einst alles gerodet wurde, um daraus Holzkohle herzustellen für die Verhüttungsindustrie, nicht wieder ein Stück Ödland wird, unter dem sich eine frühere Müllhalde befindet, sondern dass es ein Biotop bleibt, an dem Mensch und Tier ihre Freude haben.

Peter Hans-Jürgen Frobel
Vorsitzender
Autor: jm

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