Mi, 07:06 Uhr
20.07.2016
Erinnerungen an schöne Tage in Eisleben und Wittenberg
Papsthymne im Herzen der Reformation
Begegnungen im Kloster Helfta. Im Bild: Schwester Gertrud. (Foto: Privat)
Gerd Ucka aus Herne, einer, der die Städtefreundschaft Eisleben-Herne mit aufgebaut und über Jahrzehnte wesentlich mit geprägt hat, hat unserer Zeitung geschrieben: Angeregt durch ein heutiges Telefongespräch mit dem evangelischen Pfarrer in Rom, Dr. Jens Uwe Kruse, in welchem ich wieder ein Treffen mit der evangelischen Gemeinde bei einem abendlichen incontro”, eine Art des sommerlichen Dämmerschoppens, verabredet hatte, möchte ich doch noch einen Rückblick auf meinen Eisleben-Aufenthalt im Mai (ab dem 2. Pfingsttag) geben, weil dabei einige ökumenische Akzente gesetzt wurden.Nach einem Konfirmationsbesuch in Nordhausen fuhr ich am 2. Pfingsttag früh in die Lutherstadt Eisleben, um im Kloster Helfta am Gottesdienst mit den Zisterzienserinnen und der Gemeinde teilzunehmen und danach für einige Tage im Kloster zu bleiben. Das rein Private dieses Aufenthaltes wurde aber durch einige öffentliche Termine ergänzt. Zum Beispiel gab es einen zufällig gemeinsamen Besuch zweier Herner Kommunalpolitiker: Bürgermeister Ernst Leichner und Gerd Ucka, Stadtverordneter a.D. Die Stadt Eisleben hatte für die beiden eine Führung durch die laufende Ausstellung Martin Luther und die Judenfrage” vorbereitet.
Gerd Ucka und Eislebens Oberbürgermeisterin Jutta Fischer beim Konzert des Päpstlichen Chores in Wittenberg. (Foto: Privat)
Am Abend war ich bei der Familie Fischer (Jutta Fischer ist die Oberbürgermeisterin der Lutherstadt Eisleben) zu einem Grillabend eingeladen. Thema der Gespräche war vor allem Rom”. Herr Werner Fischer war gerade von einem intensiven Romaufenthalt zurückgekommen. Bei einer Rundfahrt durch das Mansfelder Land hatte ich mir den Ort der Kindheit Martin Luthers, Mansfeld, und Kloster Mansfeld.
Meine Aufenthaltszeit in Eisleben und im Kloster Helfta wurde plötzlich verlängert. Die Oberbürgermeisterin hatte eine Einladung zu einem großen ökumenischen Ereignis in der Lutherstadt Wittenberg erhalten: Der Päpstliche Chor der Sixtinischen Kapelle trug am 18. Mai kirchliche Lieder in der Stadtkirche St. Marien” vor. Die Stadtkirche St. Marien” war die Predigtkirche der Reformatoren Martin Luther und Johannes Bugenhagen.
In dieser Kirche wurde die Messe zum ersten Mal in deutscher Sprache gefeiert und das Abendmahl in beiderlei Gestalt”, in Brot und Wein, an die Gemeinde ausgeteilt. Der Auftritt des Päpstlichen Chores” in der Mutterkirche der Reformation” ist in Hinblick auf das Jahr des Reformationsjubiläums 2017 ein bedeutendes Zeichen der Ökumene.
Die Oberbürgermeisterin der Lutherstadt Eisleben hat mich zu meiner Freude dazu eingeladen, sie in die Lutherstadt Wittenberg zu begleiten. Das nahm ich natürlich an.
Dem Kirchenkonzert ging ein kleiner Empfang durch den Schirmherrn der Veranstaltung voraus, den Ministerpräsidenten des Landes Sachsen-Anhalt, Rainer Haseloff. Es gab die Gelegenheit für mich, auch mit dem Ministerpräsidenten zu sprechen, auch mit dem Leiter von Courtial-Reisen, mit dem Frau Fischer sich längere Zeit unterhielt.
Der ökumenische Höhepunkt, den dieses Konzert bedeutete, war jedem klar. Mir ist das Schlusslied des Abends besonders nahe gegangen: Tu es Petrus” - Du bist Petrus, von Palestrina. Das ist die Melodie der Papsthymne. Der Text bezieht sich auf eine Bibelstelle, mit der nach katholischem Verständnis Jesus das Papsttum eingesetzt hat. Und dieses Lied wurde im Herzen der Reformation gesungen – im evangelischen Rom”, wie Wittenberg häufig genannt wird - ein großes Ereignis.
Ein Tag blieb mir doch noch im Kloster Helfta. Ich nahm an den liturgischen Gebeten der Schwestern teil, konnte auch mit einigen kurze Gespräche führen. Erfreulich war es zu erfahren, dass das Kloster die Räume des ehemaligen Hotels übernommen hat und das Haus zur Belegung und Verpflegung organisatorisch für Gruppen und Einzelgäste managd.
Heute Morgen habe ich mit dem evangelischen Pfarrer in Rom, Dr. Jens Uwe Kruse, telefoniert und meine Teilnahme am incontro”, bei der sommerlichen Gesprächsrunde am Abend besprochen. Schon im letzten Jahr habe ich am Dämmerschoppen” im Pfarrgarten teilgenommen. Von dem angekündigten Luthergedenkstein in Rom” gibt es keine neuen Informationen. Pfarrer Kruse: Jetzt sind Ferien!”
Gerd Ucka