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So, 01:14 Uhr
01.11.2015
Junge Gemeinde in Hettstedt lud am Reformationstag zur Church Night ein

Ganz ohne Kürbis geht es wohl doch nicht

Die Band der Jungen Gemeinde in Hettstedt während der Church Night in Aktion (Foto: Jochen Miche) Die Band der Jungen Gemeinde in Hettstedt während der Church Night in Aktion (Foto: Jochen Miche) Als „Die Party ohne Halloween-Schnickschnack“ hatte die Junge Gemeinde ihre Church Night beworben. Doch so ganz ohne Symbole dieses Gespenster- und Verkleidungs-Spektakels, das sich wachsender Beliebtheit zu erfreuen scheint, kam auch die liebevoll und aufwändig vorbereitete Church Night in Hettstedt nicht aus. Stichwort: Kürbis.

Dieser fand sich in einer Suppe, die von jungen Christen zubereitet und im Laufe der Nacht zum Sonntag angeboten worden ist. Immerhin aber hatte diese Suppe - dank Walnüssen und anderer gesunder Zutaten - mehr Gehalt als jeder noch so dicke, letztlich aber hohle Kürbis, der zu den Begleitprodukten vieler Halloweenpartys gehört.

Während die Gäste die verschiedensten Speisen und Getränke und sämtliche Programmteile kosten- und arbeitsfrei geboten bekamen, mussten sich die eigentlichen Akteure ihr leckeres Essen in der Kirche erst einmal verdienen. Zum Beispiel mit musikalisch selbst begleiteten Liedern und einem ebenso kurzweiligen wie erhellenden Theaterstück. Dieses erinnerte an den „Anschlag der 95 Thesen Martin Luthers an eine Tür der Wittenberger Schlosskirche – jenes Ereignis, das bis heute als Gründungstag der protestantischen Kirche gefeiert wird“, wie Pfarrer Sebastian Bartsch in einer Andacht erklärte. Die von Luther ausgelöste Reformation „breitete sich seinerzeit in Windeseile aus“ bemerkte der Pfarrer, und es hing eine Spur Wehmut in seiner Stimme, als er beklagte, dass es heute nicht deutlich mehr Protestanten gibt, die ihren Glauben leben. Allerdings unterstrich er auch, dass Glauben nichts mit dem auswendigen Aufsagen von Bibelversen zu tun habe, sondern „im Herzen verankert sein“ müsse.

Die Musik kam in der Church Night nicht zu kurz. Neben der Band der Jungen Gemeinde und der Kantorin spielte auch die Flötengruppe. Die Gemeinde selbst war schon zuvor eingeladen gewesen, mitzusingen, unter anderem beim ultimativen Luther-Lied „Ein feste Burg ist unser Gott“.
Eher weltlich ließ sich das Partyleben vor der Kirche an, wohin zu einer von Hettstedter Gymnasiasten aufgeführten Nebelfeuer-Show eingeladen wurde. Binnen kurzer Zeit gesellten sich eine ganze Reihe durch die Stadt ziehender verkleideter Gestalten und andere Neugierige zu den Kirchen-Nachtschwärmern, die sich dem Reiz des Heißen hingaben, als die Feuerakrobaten Julie Richter und Theresa Erdmenger Flammenkreise in die Luft zauberten.

Ein Lutherfilm, viel Spaß und lange Gespräche ließen die Nacht in der Kirche kurz werden. Niemand vermisste den Lärm und die Kostümierungen von Halloween. Wobei: Auf die Kürbissuppe hätte niemand verzichten wollen.

Jochen Miche
Trubel herrschte im Vorraum zur Winterkirche. Süßspeisen und interessante Gespräche lockten. (Foto: Jochen Miche)
Pfarrer Sebastian Bartsch beim Austeilen einer Linsensuppe. Alternativ gab es eine Kürbissuppe und andere Speisen. (Foto: Jochen Miche)
Die Flötengruppe erfreute im Foyer mit geistlichen Liedern. Sie hatte Zuhörer jeden Alters. (Foto: Jochen Miche)
Heiß und vor allem akrobatisch ging es zu bei der Feuer-Show zwischen Kirche und Pfarrhaus. (Foto: Jochen Miche)
Autor: jm

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Kommentare
Tollholz
03.11.2015, 22:45 Uhr
Feuerteufel blieben vor der Kirche
Das Feuerspektakel war toll,
Die Kürbissuppe lecker,
Die Stimmung locker.
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