Di, 10:59 Uhr
20.10.2015
Erstmals Ehrung im Stil der Oscar-Verleihung
14. Hettstedter Zwiebelmarkt – eine Nachbetrachtung
Das anfangs regnerische, später feucht-kühle Herbstwetter hat offenbar niemanden abgehalten: Der 14. Hettstedter Zwiebelmarkt wurde seinem Ruf als größter Zwiebelmarkt Sachsen-Anhalts erneut gerecht. Tausende Gäste kamen, kauften, amüsierten sich...
Temperamentvolle musikalische Programme im Festzelt, insbesondere die Teilnahme vieler einheimischer Künstler und Musikvereine (Drummer, Fanfarenzug, Spielmannszug etc.) mit ihren Repertoires sowie Dutzende Verkaufsstände und Fahrgeschäfte trugen zum Erfolg bei.
Laut Marktmeister Lutz Murawski drängten sich zwischen Rathaus, Freimarkt und Parkplatz Lutherstraße rund 130 Gewerbetreibende mit ihren Geschäften. Sie boten Zwiebeln in fast jeder Deko-Form, bevorzugt als Zöpfe, außerdem Kunstgewerbe, Textilien, Obst, Gemüse, Musik-CD, kleine und große Haushaltshelfer, neben anderem Putzmittel für Autos, die deren Lack länger leben lassen als das Blech darunter, Präparate, die gesund und munter machen und das Leben verlängern sollen, und vieles, vieles mehr.
Deftige und exotische Speisen, selbstverständlich auch interessant schmeckender, frisch gebackener Zwiebelkuchen, luden ebenso zum Verweilen ein wie der Anblick historisch Uniformierter, die mit ihrem Kanonendonner für Begeisterung beim Publikum und wackelnde und – in einem Fall – herabfallende Dachziegel in Nähe des Saigertores sorgten. Ansonsten aber blieb, wie in jedem Jahr, alles heil in Hettstedt, und des Zwiebelmarktes wird man sich gern erinnern.
Zum besonderen Erfolg der diesjährigen Ausgabe trug eine Neuerung bei. Erstmals lud der Veranstalter des Zwiebelmarktes, die Stadt Hettstedt, am Freitagabend zu einem Tag des Ehrenamtes 2015 ein. Vertreter Dutzender Vereine und andere ehrenamtlich Arbeitende, aber auch die Bürgermeister Eislebens, Sangerhausens, Bergkamens und weiterer Orte verbrachten im beheizten Festzelt einen von Entertainer Dirk Fuhlert kurzweilig moderierten Abend.
In dessen Verlauf wurden 13 Frauen und Männer für ihr ehrenamtliches Wirken in der Stadt mit einer Laudatio geehrt und einem 3D Glasfoto mit dem Saigertor als Motiv beschenkt.
Diese erstmals im Landkreis Mansfeld-Südharz durchgeführte Veranstaltung soll nach Absicht der Stadtverwaltung zur Tradition werden, unterstrich Bürgermeister Danny Kavalier. Zum Prozedere gehöre auch, dass die Preisträger – wie bei der berühmten Oscar-Filmpreisvergabe in Los Angeles – erst im Laufe des Festabends bekannt gegeben werden. Anlass für die Veranstaltung sei das großartige bürgerschaftliche Engagement vieler Hettstedter. Laut Kavalier könne eine Kommune nur die Rahmenbedingungen für kulturelle Vielfalt schaffen, mit Leben ausfüllen müssen dies jedoch die Menschen vor Ort.
Beim amerikanischen Academy Award abgeschaut hatten sich die Organisatoren neben dem Geheimhaltungsgebot auch die Einteilung in Kategorien sowie den Anspruch, jeden für eine Auszeichnung Vorgesehenen mit einer Laudatio zu würdigen. So hielten neben dem Bürgermeister und seiner Stellvertreterin Christina Kosiol auch Fachbereichsleiterin Susanne Löbus sowie Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens der Stadt Hettstedt die Lobreden.
Einer langen Nacht im Festzelt folgte am nächsten Morgen die offizielle Eröffnung des Zwiebelmarktes vor dem Rathaus. Nichts Neues war die Bereitschaft vieler Hettstedter Bürger, früh aufzustehen. So folgte dem Hettstedter Fanfarenzug und der Kutsche, in der der Bürgermeister und die Zwiebelkönigin saßen, eine nicht enden wollende Gruppe gut gelaunten Fußvolkes. Die wurde angeführt von Hettstedter Originalen wie Nappian und Neucke sowie dem Druckerei-Maskottchen Hexe Hetti Letti.
Weit abgeschlagen von der Kutsche mit dem Stadtoberhaupt hatte sich die Landrätin Dr. Angelika Klein in die lockere Marschformation eingereiht, umringt von fröhlichen Parteikollegen wie Stefan Gebhard (Die Linke) oder politischen Kontrahenten wie Eduard Jantos (CDU – beide Landtagsabgeordnete). Anschließend feierten sie mit hunderten anderen Festbesuchern ein Volksfest, das von Neuerungen wie dem Ehrenamtstag zwar aufgewertet wird, insgesamt aber dank eines umfangreichen musikalischen und Händlerangebotes dennoch nichts von seinem traditionellen Volksfestcharakter eingebüßt hat.
Jochen Miche
Autor: redTemperamentvolle musikalische Programme im Festzelt, insbesondere die Teilnahme vieler einheimischer Künstler und Musikvereine (Drummer, Fanfarenzug, Spielmannszug etc.) mit ihren Repertoires sowie Dutzende Verkaufsstände und Fahrgeschäfte trugen zum Erfolg bei.
Laut Marktmeister Lutz Murawski drängten sich zwischen Rathaus, Freimarkt und Parkplatz Lutherstraße rund 130 Gewerbetreibende mit ihren Geschäften. Sie boten Zwiebeln in fast jeder Deko-Form, bevorzugt als Zöpfe, außerdem Kunstgewerbe, Textilien, Obst, Gemüse, Musik-CD, kleine und große Haushaltshelfer, neben anderem Putzmittel für Autos, die deren Lack länger leben lassen als das Blech darunter, Präparate, die gesund und munter machen und das Leben verlängern sollen, und vieles, vieles mehr.
Deftige und exotische Speisen, selbstverständlich auch interessant schmeckender, frisch gebackener Zwiebelkuchen, luden ebenso zum Verweilen ein wie der Anblick historisch Uniformierter, die mit ihrem Kanonendonner für Begeisterung beim Publikum und wackelnde und – in einem Fall – herabfallende Dachziegel in Nähe des Saigertores sorgten. Ansonsten aber blieb, wie in jedem Jahr, alles heil in Hettstedt, und des Zwiebelmarktes wird man sich gern erinnern.
Zum besonderen Erfolg der diesjährigen Ausgabe trug eine Neuerung bei. Erstmals lud der Veranstalter des Zwiebelmarktes, die Stadt Hettstedt, am Freitagabend zu einem Tag des Ehrenamtes 2015 ein. Vertreter Dutzender Vereine und andere ehrenamtlich Arbeitende, aber auch die Bürgermeister Eislebens, Sangerhausens, Bergkamens und weiterer Orte verbrachten im beheizten Festzelt einen von Entertainer Dirk Fuhlert kurzweilig moderierten Abend.
In dessen Verlauf wurden 13 Frauen und Männer für ihr ehrenamtliches Wirken in der Stadt mit einer Laudatio geehrt und einem 3D Glasfoto mit dem Saigertor als Motiv beschenkt.
Diese erstmals im Landkreis Mansfeld-Südharz durchgeführte Veranstaltung soll nach Absicht der Stadtverwaltung zur Tradition werden, unterstrich Bürgermeister Danny Kavalier. Zum Prozedere gehöre auch, dass die Preisträger – wie bei der berühmten Oscar-Filmpreisvergabe in Los Angeles – erst im Laufe des Festabends bekannt gegeben werden. Anlass für die Veranstaltung sei das großartige bürgerschaftliche Engagement vieler Hettstedter. Laut Kavalier könne eine Kommune nur die Rahmenbedingungen für kulturelle Vielfalt schaffen, mit Leben ausfüllen müssen dies jedoch die Menschen vor Ort.
Beim amerikanischen Academy Award abgeschaut hatten sich die Organisatoren neben dem Geheimhaltungsgebot auch die Einteilung in Kategorien sowie den Anspruch, jeden für eine Auszeichnung Vorgesehenen mit einer Laudatio zu würdigen. So hielten neben dem Bürgermeister und seiner Stellvertreterin Christina Kosiol auch Fachbereichsleiterin Susanne Löbus sowie Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens der Stadt Hettstedt die Lobreden.
Einer langen Nacht im Festzelt folgte am nächsten Morgen die offizielle Eröffnung des Zwiebelmarktes vor dem Rathaus. Nichts Neues war die Bereitschaft vieler Hettstedter Bürger, früh aufzustehen. So folgte dem Hettstedter Fanfarenzug und der Kutsche, in der der Bürgermeister und die Zwiebelkönigin saßen, eine nicht enden wollende Gruppe gut gelaunten Fußvolkes. Die wurde angeführt von Hettstedter Originalen wie Nappian und Neucke sowie dem Druckerei-Maskottchen Hexe Hetti Letti.
Weit abgeschlagen von der Kutsche mit dem Stadtoberhaupt hatte sich die Landrätin Dr. Angelika Klein in die lockere Marschformation eingereiht, umringt von fröhlichen Parteikollegen wie Stefan Gebhard (Die Linke) oder politischen Kontrahenten wie Eduard Jantos (CDU – beide Landtagsabgeordnete). Anschließend feierten sie mit hunderten anderen Festbesuchern ein Volksfest, das von Neuerungen wie dem Ehrenamtstag zwar aufgewertet wird, insgesamt aber dank eines umfangreichen musikalischen und Händlerangebotes dennoch nichts von seinem traditionellen Volksfestcharakter eingebüßt hat.
Jochen Miche





