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Fr, 10:17 Uhr
10.11.2017
Für Kleine kein Persönlichkeitsrecht

Eltern lassen die Hüllen der Kinder fallen!

Eltern haften in der Regel für ihre Kinder. Was ist aber, wenn Eltern selbst das Kindeswohl nicht immer im Blick haben? Dieser Eindruck entsteht mitunter, wenn man sich Fotos von mehr oder weniger unbekleideten Kindern ansieht, die (Groß-) Eltern ins Internet gestellt oder per WhatsApp verschickt haben...

Niedlich, aber gefährlich (Foto: CCO pixabay.com)
Was im Augenblick für Eltern lustig oder liebenswert erscheint, kann für Eltern und insbesondere für ihre Kinder irgendwann einmal peinlich oder gar gefährlich werden, sodass man sich wünscht, die Bilder nie veröffentlicht zu haben. Etwa wenn diese Fotos auf Pädophilen-Foren landen.

Der Thüringer Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Dr. Lutz Hasse, warnt davor, leichtsinnig Fotos von Kindern in sozialen Netzwerken zu veröffentlichen. So haben Facebooknutzer entsprechend der Nutzungsbedingungen von Facebook unter Pkt. 2 „Teilen Deiner Inhalte und Informationen“ zugestimmt, dass Facebook gebührenfrei und weltweit diese Fotos nutzen darf. Auch wenn man Fotos oder seinen Account löscht, sind entsprechend der Nutzungsbedingungen die Fotos weiterhin vorhanden, wenn sie mit anderen geteilt wurden und diese den Inhalt nicht gelöscht haben.

Auch bei der Nutzung von WhatsApp kann ein Zugriff auf Fotos nicht ausgeschlossen werden, da die Speicherung in der Regel in dem normalen Bildordner des Smartphones erfolgt, auf den auch andere Apps Zugriff haben. Hier empfiehlt der TLfDI die von WhatsApp eingerichtete Option zu nutzen, eine Speicherung zu unterbinden. Dies gelingt indes nur beim Empfänger. Hilfe dafür finden Sie bei WhatsApp unter FAQ.

Fotos per klassischer Mail verschlüsselt zu versenden, minimiert das Risiko zwar, aber letztendlich wird - leider - nur ein Foto per Post dem Datenschutz gerecht werden können. Da es also keine absolute digitale Sicherheit gibt: Seien Sie, liebe Eltern, wachsam, welche Fotos Ihrer Kinder Sie in die - undichte - digitale Wolke laden.

Eltern, die Rat benötigen, können sich jederzeit an die Datenschutzbeauftragten der Länder wenden.
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Kommentare

10.11.2017, 11.38 Uhr
N. Baxter | Facebook, Whatsapp & Co
"Auch bei der Nutzung von WhatsApp kann ein Zugriff auf Fotos nicht ausgeschlossen werden, da die Speicherung in der Regel in dem normalen Bildordner des Smartphones erfolgt, auf den auch andere Apps Zugriff haben. "

-> so weit muss man gar nicht gehen: denn gemäß AGB's tritt man alle Rechte von bspw. Bildern die per Whatsapp versendet werden ab. Dies ist unter anderen auch ein Grund, warum immer mehr Unternehmen die Nutzung im betrieblichen Umfeld verbieten!

-> ich kann nur allen Eltern raten, sich genau zu überlegen was sie posten!
10.11.2017, 19.21 Uhr
Kritiker2010 | Jeder bekommt, was er verdient, auch in der Matrix
Ich muss mich immer wieder wundern, wie naiv die Leute sind ja, bestimmt auch Sie. Bei alle dem sind ein paar Nackedei-Fotos von Kleinkindern noch das geringste Problem, selbst wenn es dafür zukünftig richtig Ärger geben könnte. Sehr viele Leute senden und teilen wirklich alles über die sozialen Netzwerke und die angeschlossenen Dienste wie z.B. WhatsApp oder Snapchat - auch Informationen und Bilder von anderen Menschen.

Denn die Leute sind sich nicht bewusst, dass alle diese Daten die großen Datenkraken füttern (Stichwort „Big-Data“), weil sie schlicht und einfach nicht intelligent genug sind, um die tatsächlichen Möglichkeiten und deren Folgen für sich und ihre Mitmenschen zu verstehen. Die digitale Welt ist eben nicht für jeden geeignet und schon gar nicht ohne "Internet-Führerschein".

Selbst wenn ich diesen informations-technischen Neandertalern (90% der Bevölkerung) in einfachen Worten zu erklären versuche, was sie da tun und was mit ihren Daten passiert, winken diese meist nur ab. Sie sind tatsächlich immer noch der Meinung, sie hätten ja nichts zu verbergen und deshalb auch nichts zu befürchten. Es geht diesen Patienten eben nicht in die Murmel, dass sie mit jedem Brocken den sie unbedacht posten oder whatsappen, etwas mehr beeinflusst werden, sich etwas gläserner und manipulierbarer machen.

Na gut, dann sehe ich eben weiter zu, wie die Leute nach und nach in der Matrix verschwinden - die Augen immer starr auf das Smart-Phone-Display gerichtet, wo sie virtuellen Bekannten Ihre Geheimnisse verraten, in Abo-Fallen tappen, in einer sich selbst bestätigenden Meinungsblase leben und sich bald schon wundern, dass jemand anders immer schon vorher weiß, was sie als nächstes tun werden und darüber entscheidet ob sie das dürfen, aber dennoch alles glauben, was man ihnen mit ein paar bunten Pixeln übers Smart-Phone direkt in die matschige Birne sendet.

Na dann viel Spaß. Ich mache mir jetzt mal ein paar Gedanken, wie ich mir auch ein paar Opfer ködere.
10.11.2017, 20.59 Uhr
Andreas Dittmar | Der Gefahr immer bewusst sein....
@Kritiker 2010 da gebe ich ihnen uneingeschränkt Recht und es ist wirklich schon beängstigend, wie leichtsinnig Leute sind. Da muß aufgeklärt werden und da muß den Menschen bewußt werden, welchen Schaden die sich und auch anderen zufügen können. Ich habe es unzählige Male im telefonischen Support erlebt, das die Kunden einfach ihre Zugansdaten diktieren wollen, damit ich die eingebe....wer den Text hier liest bitte NIEMALS machen auch wenn sie jemand dazu auffordert. Da wird die Hotline angerufen, weil der Kunde nicht dazu in der Lage ist selbsständig ein Passwort zu ändern. In solchen Fällen immer ein Familienmitglied oder eine Person des Vertrauens um Hilfe bitten. Wenn sich jemand fremdes auf den Rechner aufschaltet dann ist dieses Vertrauen nicht da. Warum ? Zuerst muß man das alte Passwort eingeben danach zweimal das neue. Ihr Gegenüger könnte zweimal ein eigenes Passwort aus der Zwischenablage durch Strg+V eingeben... das wars... Der Mitarbeiter kann noch so freundlich sein aber bei jeder Firma gibt es schwarze Schafe. Ich habe nichts zu verbergen ist der dümmste Spruch der Welt... Handypin, Bankdaten, Adresse von Verwandten und Freunden ? Bei Banken, Geldautomaten und Ärzten steht meistens ein Schild. Diskretion bitte Abstand halten ! Das selbe sollte man sich für sein elektronisches Büro zum Grundgesetz machen. Wer private Bilder oder Videos verschickt, sollte sichere E-Mail-Provider oder seriöse Cloudanbieter nutzen. Viele bieten auch Gallery mit Passwortschutz oder das teilen von Links. Das ist besser wie Facebook oder WA.
Kleine Kritik aber noch @Kritiker2010 Diese Aufklärung sollte niemals von oben herab, sondern immer auf Augenhöhe erfolgen. Jeder hat mal klein angefangen und keiner ist perfekt.
10.11.2017, 22.37 Uhr
Kritiker2010 | @Andres Dittmar: Kritik auf Augenhöhe
Ja, da bin ich prinzipiell auch Ihrer Meinung - deshalb versuche ich mich in der Regel auch in heutzutage schon unüblicher Höflichkeit und Nachsicht und muss auch nicht bekehren sondern nur möchte gerne aufklären.

Jedoch würden Sie inzwischen sicher auch eine richtig dicken Hals bekommen, wenn Sie von den benannten Exemplaren unserer Spezies immer mal wieder eine Breitseite aus dem intellektuellen Keller bekommen, so nach dem Motto: "Ach, das glaube ich nicht. Das ist doch alles Quatsch, was Du da erzählst." ... und das haut dann doppelt rein, wenn man schon von Berufs wegen täglich Berührung mit dem Thema hat.
11.11.2017, 10.32 Uhr
Andreas Dittmar | Der Wahnsinn nimmt kein Ende
Ja das passiert mir leider auch manchmal. Diese Leute gibt es leider wirklich und man stößt an seine Grenzen. Da ist mit fachlich und technisch nicht mehr viel zu reparieren :-(

Hier hab ich auch noch was gefunden. Das haut dem Faß den Boden aus. Wer eigene Nacktbilder bei Facebook vermutet, kann intime Fotos hochladen. Dann wird ein digitaler Fingerabdruck erstellt und anschließend sollen dann die Pinnwände gescannt und die Fotos entfernt werden.

Wenn der Link gegen die AGB verstößt bitte diesen entfernen. Ich hielt es für sinnvoll darauf aufmerksam zu machen.
http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2017-11/nacktfotos-facebook-rachepornos-hash-details

Zitat eines Facebook Repräsentanten dazu : "Ideen müssen nicht immer perfekt sein. Manchmal reicht es, wenn sie gut sind."
11.11.2017, 13.39 Uhr
Paulinchen | So sind sie halt...
...manche Eltern. Nicht Wenige versuchen aus ihren Kindern ein besseres ICH zu machen, was leider meist in die Hose geht. Andere wiederum, geben ihren Kindern Vornamen, mit denen die Kinder später von gleichaltigen gemobbt werden, oder sie erleben gar Nachteile damit im Erwachsenenalter. Würden die schon zum Teil krankhaften "Poster" es gut finden, wenn sie beim Bewerbungsgespräch vom gegenüber sitzenden Peronalchef mit einem Nacktfoto aus ihrer Kindheit konfrontiert werden und dieser sagt: " Ich finde sie hatten in ihrer Kindheit schon einen tollen Körper".? Na danke liebe Mama oder Papa das wars wohl mit meinem Job.
Liebe "Poster" was bedeuten diese Buchstaben. www? Na macht es klick - hat wirklich nur der damalige "Adressat" die Fotos vom Liebling bekommen, oder könnte da vielleicht noch jemand anders sich auch amüsiert haben?
11.11.2017, 15.13 Uhr
Realist 1.0 | und wieder trifft mein Lieblings Zitat von Einstein, das die Menschliche Dummheit
und das Universum unendlich ist, bei dem Universum war sich Einstein nicht ganz so sicher. Ich wurde vor 5 Jahren immer belächelt wenn ich gesagt habe das das Internet nichts vergisst. Selbst nach der Snowden Affäre haben viele Deutsche nichts, aber auch rein gar nichts gelernt. Die Meisten deutschen haben nicht mal mitbekommen das die GROKO(oder auch das große Kotz.........genannt)ein Gesetz durchgeschmuggelt hat, was es ihnen und den Behörden erlaubt den Bundestrojaner auf privaten Geräten einzusetzen. Man hat ja gesehen was bei dem letzten Versuch eines Bundestrojaner gesehen was passiert ist, er wurde dann von Häckern weiter entwickelt und ist wunderbar mutiert. Die meisten Deutschen lernen nichts daraus, es wird munter weiter gepostet, es werden Apps und Programme installiert wo die meisten sich nicht mal die AGBs geschweigenden die Rechte durchgelesen haben die sie den Apps bzw. den Programmen mit Einwilligung gewehren.Ich glaube nicht einmal die meisten Benutzer von WhatsApp und Co. haben sich jemals mit Datenschutz beschäftigt (auf der Internetseite: http://www.gesetze-im-internet.de/ kann man das sogar kostenlos, dort sind sämtliche deutschen Gesetzbücher vertreten es gibt aber auch noch die Seite https://digitalcourage.de/ die sich auch mit dem Thema Datenschutz und Computer Sicherheit beschäftigt).Aber was haben viele Deutsche nach rauskommen der NSA Affäre von sich gegeben:"wir haben doch nichts zu verbergen", und so wird es auch wieder mit dem Thema sein das hier im Beitrag beschrieben wurde. Also hatte Einstein recht damit das die menschliche Dummheit unendlich ist.
11.11.2017, 19.51 Uhr
Peter59 | @Realist....
Die Blödheit mancher Eltern scheint unendlich und um ihre netten Kleinen aufzuwerten gibts dann solche Bilder. Nicht mehr als ein "Blödpass" für die Nachfahren...... Wie blöde muss man sein, um so etwas zu tun..... Wir sind stolz auf die "Produkte" unserer Gesellschaft, dazu gehört zur Zeit auch die peinliche Bundesregierung........ Hoffentlich heisst das arme Kind nicht auch noch Chantal oder Lukretia...... Keine Stigmatisierung, Ironie jetzt aus........
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