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Do, 13:02 Uhr
06.09.2012

Das Mordsharz-Festival 2012

Im September 2011 fand erstmals das Literaturfestival „Mordsharz“ statt. Dank des großen Erfolges der Premierenveranstaltung wird es vom 21. bis zum 23. September 2012 wieder ein Krimifest im Harz geben.

Wie im Vorjahr steht das 2. Mordsharz-Festival nicht nur für gute Krimi-Unterhaltung, sondern hat bei der Wahl der Veranstaltungsorte wieder das gesamte Mittelgebirge im Blick. Auf einer kleinen Schlösser-Tour rund um den Brocken finden die Lesungen an einigen herausragenden „Tatorten“ statt, mit dem höchsten Berg Norddeutschlands und der Brockenbahn im Zentrum des mörderischen Geschehens.

krimi (Foto: krimi)
Leonie Swann

Mit dabei ist in diesem Jahr wieder eine kleine, illustre Schar regional und überregional bekannter Krimi-Schriftsteller und -Schriftstellerinnen, die aus ihren gerade erschienenen oder bereits bekannten Werken lesen werden. Der Auftakt zum Festival findet am Freitagabend, dem 21. September ab 19:00 Uhr im „Wintersaal“ in der Goslarer Kaiserpfalz statt. In dem einmaligen Ambiente des
Kellergewölbes werden Corina C. Klengel und Leonie Swann die Gäste in einer Doppel-Veranstaltung unterhalten. Die aus Bad Harzburg stammende Autorin Corina C. Klengel wird aus ihrem Krimi „Todesrune“ lesen und in historischem Gewand, mit einem Schwert an ihrem Gürtel, die sagenhafte Welt der Kelten auferstehen lassen.

Danach kommen die Schafe zu ihrem Recht. Leonie Swann, bekannt geworden durch ihren Schafkrimi „Glenkill“, liest aus dem Nachfolgebuch „Garou“ und sorgt für garantiert tierische Spannung.

Am Samstag, den 22. September beginnt das Lesungsprogramm bereits um 10:25 Uhr in der
Brockenbahn. Nach dem Start vom Bahnhof in Wernigerode wird Astrid Seehaus, die Gewinnerin des 1. Thüringer Krimipreises, die Fahrgäste mit Auszügen aus ihrem prämierten Krimi „Tod im Eichsfeld“ unterhalten.

Um 14:00 Uhr ist dann „Krimi-Zeit“ auf dem Gipfel. Thriller-Autor Andreas Winkelmann liest aus seinem druckfrischen Werk „Wassermanns Zorn“. Der Autor selbst wird zuvor von Ilsenburg aus zu Fuß zum Brocken aufsteigen, gemeinsam mit einer kleinen wanderfreudigen Gruppe seiner Fans.

Um 16:22 Uhr geht es mit der Brockenbahn zurück nach Wernigerode. Auf der Reise mit dabei ist Susanne Mischke aus Hannover. Mit ihrem Krimi „Todesspur“ wird sie dafür sorgen, dass es auch auf der „Abfahrt“ spannend bleibt.

Den Samstagabend beschließt ab 19:00 Uhr Roland Lange, der in Wernigerode seinen neuen Harz-Krimi vorstellen wird. Das musikalische Rahmenprogramm an diesem Abend bestreiten die „Blue Guitars“, Dirk Heimberg und Till Spannaus aus Northeim. Ort der Veranstaltung ist das märchenhaft anmutende Wernigeröder Schloss.

Natürlich werden auch in diesem Jahr die Kinder und Jugendlichen zu ihrem Recht kommen! Für sie haben sich die Veranstalter einen besonderen Leckerbissen ausgedacht: Am Sonntag, den 23. September, um 11:00 Uhr liest der Schauspieler Rainer Strecker
Auszüge aus „Tintenherz/-blut/-tod“ von Cornelia Funke. Rainer Strecker kennt die Funke-Bücher wie kein anderer, hat er doch schon die Hörbücher der Autorin eingelesen.

Den Abschluss des 2. Mordsharz-Krimifestivals bildet am Sonntag die Lesung mit Rüdiger A. Glässer im Herzberger Welfenschloss. Ab 15:00 Uhr wird Glässer aus seinem gerade erschienenen Harz-Krimi „Die Fährte der Wölfin“ lesen und den Gästen noch einmal zu Augen und Ohren führen, wie gut sich Harzer
Schlösser-Romantik und knisternde Spannung miteinander verbinden lassen.
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Kommentare

06.09.2012, 21.52 Uhr
Bodo Schwarzberg | "Mordsharz" - Warum nicht im Mordwäldchen bei Ellrich?
Von Authentizität scheinen die Veranstalter von Mordsharz wenig zu halten: Es gibt doch im Landkreis hervorragend geeignete Originalschauplätze? Vor einigen Jahren führte ich einen Hunderter des Nachts durch das "Mordwäldchen" gleich hinter der Gedenkstätte Juliushütte bei Ellrich und berichtete den schaudernden Teilnehmern von dem, was dort historisch verbürgt geschah: Denn dort gab es nicht nur die Massenmorde während der Nazizeit, nein auch "bürgerliche" Serienkiller trieben dort ihr Unwesen. Und das gleich zweimal nach 1945. Der erste war Rudolf Pleil, auch "Südharzmörder" genannt, der zwischen 1945 und 1947 mehrere "Grenzgänger", Flüchtlinge und Heimkehrer ermordete, im Raum Ellrich, z.B. in besagtem Mordwäldchen. Eine unseelige Rolle soll auch der Eisenbahntunnel zwischen Ellrich und Bad Sachsa gespielt haben - Grenztunnel zwischen Russen- und Westzone! Pleil landete schließlich vor Gericht, nahm sich aber wohl während der Prozesszeit das Leben. Ich glaube, rund 20 Morde konnten ihm nachgewiesen werden.
Und haben Sie bereits den zweiten "Südharzmörder" vergessen? Zwischen 1990 und 1996 tötete er im Dreieck Bad Sachsa-Walkenried-Klettenberg ich glaube 5 Menschen - stets Männer übrigens. Selbst die ZDF-Sendung xy berichtete darüber, bei youtube kann man sich das anschauen. Ein Mord nach 1990, dem man dem neuen Südharzmörder zuschreibt, geschah, so weit ich las, wie schon um 1945 im von der Bevölkerung so genannten "Mordwäldchen". Zwei Berliner wurden zufem am Himmelreich bei Walkenried erschossen bzw. angeschossen. Danach gab es nach Angaben des Überlebenden ein Phantombild des Täters in der Zeitung. Einerseits ist mir in Erinnerung, dass der Fall gelöst wurde und der Täter sitzt bzw. saß, ich las aber auf einer anderen Internet-Seite, dass die Morde zwischen 1990 und 1996 zu den bis heute ungeklärten Serienmorden Deutschlands zählen.
Jedenfalls wäre eine Lesung im oder am "Mordwäldchen" eine Möglichkeit gewesen, an die Opfer zu erinnern und, falls der Fall des "neuzeitlichen" Südharzmörders doch noch nicht gelöst ist, zu mahnen, die Taten nicht in den Schubladen von Polizei und Staatsanwaltschaft verstauben zu lassen. Die Realität der Gewalttaten ist viel zu ernst, als das wir uns eine Art Krimiromantik, leisten sollten.
Vielleicht findet sich ein Insider, der über den "Stand der Ermittlungen" in der nnz Auskunft geben kann.
07.09.2012, 08.19 Uhr
Wolfi65 | Nicht ganz
Der Pleil hat sich nicht während der Verhandlungstage erhängt, sondern in der nachfolgenden Strafhaft, weil sein krankhaftes Verlangen in der Öffentlichkeit zu stehen, im Gefängnis nicht mehr gegeben und eine Entlassung zu Lebenzeiten ohne Aussicht war.
Pleil hat auch mindestens eine Frau getötet, deren Leiche er dann in einen Entwässerungsschacht eines Bahnwärter Häuschen entsorgte.
Die Leiche wurde nur durch seine Hinweise nach der Verhaftung gefunden.
Man hätte Pleil im voraus die Qual der Wahl abnehmen sollen und ihn auf Grund der Schwere der vielen Taten und dem Umstand, dass er nur arme und leichtgläubige Leute als Opfer ausgewält hat,zum Tode verurteilen sollen, zumahl das Nachkriegsrecht das hergegeben hätte.
Der oder die Todesschützen vom Walkenried sind bis heute nicht gefunden worden.
Deshalb habe ich es auch immer vorgezogen, mich nicht unnötig dienstlich in diesem Bereich aufzuhalten, zumahl die Warnkleidung ein optimales Ziel dargeboten hätte.
Aber das nur am Rande.
07.01.2017, 16.19 Uhr
Astrodonis | Südharzmorde 1991-96
Ich war zum Jahreswechsel im Harz und somit auch in Bad Sachsa,Walkenried und Ellrich.
Mich würde mal interessieren,ob der sogenannte Südharzmörder von damals mittlerweile gefasst wurde.
Bei youtube tauchen diese Morde als "Rentnerschlächter " auf....Nach zu sehen bei Aktenzeichen xy.
Soviel wie ich weiß,hatte man jemand in Verdacht,der ähnliche Morde begann und inhaftiert wurde.
Wäre um jeglicher Info dankbar.
08.01.2017, 07.44 Uhr
Gehard Gösebrecht | Antwort Nein
Der ist bis heute nicht gefasst worden. Wenn noch ein paar Jahre ins Land gehen, wird das auch nichts mehr. Aber vielleicht hatten Sie auch nur Glück, das es Sie nicht erwischt hat.
08.01.2017, 09.19 Uhr
Astrodonis | Südharzmorde 1991-96
Aber hat man damals nicht einen wegen andere Taten bereits Inhaftierten für die Morde verantwortlich gemacht ?
Der kam wie ich mal gelesen habe aus Walkenried.
08.01.2017, 09.38 Uhr
Gehard Gösebrecht | Alles Spekulation
@Astrodonis
Sie wissen zu viel!
Es ist nicht gut, all zu viel zu wissen. ;-)
08.01.2017, 10.57 Uhr
Momentmal | Südharzmorde
Es waren nicht nur Rentner als Opfer, zu Himmelfahrt 96 traf es einen Höhlenforscher aus Berlin, der in Begleitung im Himmelreich bei Walkenried unterwegs war. Ende der 90ziger fasste man in der Gegend Celle/ Peine den Mörder einer jungen Frau. Brutalität dieses Verbrechens, und die Tatsache,daß der Beschuldigte Anfang der 90ziger Jahre in Walkenried lebte, ließen Zusammenhänge erkennen. Es wurde ihm auch ein Mord an einer Frau noch in den 80zigern, ebenfalls Raum Sachsa zur Last gelegt.
Immerhin hat es seit der Inhaftierung jenes, keine vergleichbaren Vorfälle mehr im Südharz gegeben.
08.01.2017, 11.49 Uhr
Astrodonis | Is klar
@Gehard Gösebrecht
Sie scheinen ja ein ganz schlauer zu sein.
Oder wissen sie doch mehr ?
Wollen Sie mir etwa drohen oder wie darf ich ihre Stellungnahme verstehen ?
Ob Spekulation oder nicht.
Ich habe hier lediglich gefragt,wie der aktuelle Stand der Dinge bezüglich dieser Mordserie ist.
Nicht mehr und nicht weniger
08.01.2017, 12.07 Uhr
Astrodonis | Guten Tag
@Momentmal
Vielen Dank für die Info.
Und noch einen schönen Sonntag.

Himmelreich ist mir jetzt kein Begriff.
Wie waren am 30.12.auf dem Wanderweg vom Kloster Walkenried nach Ellrich KZ Juliushütte unterwegs.
Dort gibt es ja auch das besagte Mordwäldchen,direkt an der Bahnlinie.
Schon alles etwas gruselig.
08.01.2017, 12.24 Uhr
Wolfi65 | Es zieht Ihn in das Wäldchen
@Astrodonis
So langsam gewinnt man den Eindruck, dass die Nähe zum ehemaligen Tatort, Ihnen ein gewisses Wohlbehagen beschert.
Wo es andere nicht unbedingt hinzieht, schein es Sie magisch anzuziehen.
Laufen Sie doch einmal zu später Stunde durch den Tunnel Walkenried. Nach 23 Uhr kommen da sowieso keine Züge mehr durch.
Da droht Ihnen wenigstens durch den Zugverkehr keine Gefahr.
Es kann natürlich sein, dass der Täter durch Ihr hartnäckiges Hinterfragen in den Onlinemedien, auf Sie aufmerksam geworden ist und Ihnen dort auflauert.
In Zeiten von Infrarot-Nachtsichtgläsern ist eine leise Annäherung an das potenzielle Opfer, kein Hindernis mehr.
08.01.2017, 13.09 Uhr
Astrodonis | Hallo
Es ist sicher aus zu schließen, das nach 20 Jahren dort noch etwas ähnliches in dieser Richtung passiert.
Der Mörder von damals ist entweder längst verstorben oder wegen anderer Taten inhaftiert.

Ich würde dort ohne Bedenken auch des Nachts wandern gehen.
08.01.2017, 13.45 Uhr
Wolfi65 | Man sollte niemals nie sagen!
Wenn der Täter zur Tatzeit um die 30 Jahre alt war, mit entsprechender örtlichen Kenntnis, dann ist er zur jetzigen Zeit Mitte 50zig.
Ein Mann mit sportlicher Statur und gesundheitlicher Fitness, kann sich auch noch in diesem Alter sehr schnell und leise durch das Unterholz bewegen.
Das Abfeuern einer Schusswaffe kriegt ein Neunzigjähriger noch hin.
Wenn der potenzielle Täter in einer der vielen Notbuchten im Tunnel Walkenried stehen und auf Sie lauern würde, Sie würden ohne Taschenlampe nicht merken, wenn er neben oder hinter Ihnen stehen würde.
Ich habe selbst dieses Experiment durchgeführt, als ich meine Lampe zur Begehung vergessen hatte.
Sie sehen maximal die Tunnelportale im hellen nach jeder Seite, aber das Licht kommt nicht bis zur Mitte des Tunnels an.
Da stehen Sie voll im dunkeln.
Dazu kommt, das mitten im Tunnel sich noch der Eingang zu einer Höhle befindet.
Dort könnte sich eine ganze Fußballmannschaft verstecken, ohne aufgestöbert zu werden.
Aber ich will das jetzt hier beenden, weil mir das jetzt auf den Geist geht und ich nicht all zu viel aus dem Nähkästchen plaudern möchte.
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Anmerk. d. Red: Die Diskussion ist beendet
15.07.2017, 09.28 Uhr
Blueberry939 | Blödsinn
Entschuldigung vorab für meine mehr oder weniger frivole Ausdrucksweise aber was ich hier lese ist wirklich sehr veraltet und wilde spekuliererei !

Der Täter, der die Morde hier damals begangen hat sitzt schon seit mittlerweile ca. 25 Jahren in Haft und hat einige der Morde auch gestanden. Alle konnten ihm aber nicht nachgewiesen werden.

Olaf Axel W. der damals bereits verdächtigt wurde, wurde festgenommen und sitzt auch heute noch in Haft.
Was also ausschließt dass er heute noch in irgendwelchen Tunneln mit Nachtsichtgeräten sitzt und dort auf seine Opfer "lauert".

Und dieser Umstand wird sich auch nicht mehr ändern. Denn inzwischen ist der Täter Mitte 50 und wird auch für die restliche ihm verbleibende Zeit einsitzen ! Und das ist auch gut so !
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